BEHR-Arbeiter setzen sich zur Wehr

Unter dem Motto „Feuerbach blutet aus – vom Industriestandort zur Industrieruine“ versammelten sich am vergangenen Dienstag weit über 2000 Metallerinnen und Metaller vor dem Verwaltungsgebäude der Firma Behr in Feuerbach zu einer Veranstaltung der IG Metall Stuttgart. Gemeinsam protestierten sie gegen den geplanten Stellenabbau am Behr-Standort.
„Seit gestern ist eines der irrwitzigsten Zockerspiele in Deutschland wieder erlaubt: der Handel mit Leerverkäufen. Wir erleben, wie die Untoten ihre Krallen wieder aus den Gräbern strecken“, kritisierte Uwe Meinhardt, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Stuttgart auf der Kundgebung. „Diese Zombies werden nicht von alleine untergehen – da werden wir nachhelfen müssen.“
Vor anderthalb Jahren teilten Vorstände und Geschäftsführer ihren Belegschaften mit, man wolle gemeinsam durch diese Krise gehen. „Heute“, so Meinhardt, „wollen sie das nicht mehr ganz so gemeint haben und missbrauchen die Krise, um nach und nach die Produktionsarbeitsplätze in der Region abzubauen. Wir kämpfen um jeden einzelnen Arbeitsplatz – bei Behr und in der Region.“
Auf der Kundgebung betonten die Redner die Wichtigkeit des gemeinsamen Kampfes gegen die Folgen der Krise. Genau dies nehmen nahezu flächendeckend die Arbeitgeber weiterhin als Argument in Anspruch, um ihre „Umstrukturierungsmaßnahmen“ durchzusetzen. Umso deutlicher schallte unter der Arbeiterschaft die Forderung nach einem flächendeckenden solidarischen Widerstand, „damit die Verhältnisse wieder zurecht gerückt werden“.
Die Arbeiterinnen und Arbeiter aus anderen Betrieben (Daimler, Mahle, Hummel, Bosch, Modine, u.v.m.) trugen mit ihren Aufschriften „Hartz IV kann kein Auto kaufen!“ und „Wir wollen unsere Arbeit!“ sowie „Wer nicht mit uns rechnet, der hat sich verrechnet!“ ihre Solidaritäts- und Kampfbereitschaft auf den Transparenten.
Insgesamt sollen bis zu 440 Arbeitsplätze im Inland wegfallen. Neben Stuttgart sollen in Kornwestheim bis zu 150 der 380 Arbeitsplätze sowie in Kirchberg 90 von 330 Stellen gestrichen werden. In Stuttgart, hier arbeiten derzeit etwa 2100 Beschäftigte, werden Ölkühler und Großkühler für die Industrietechnik hergestellt, 220 Arbeitsplätze in der Produktion sind gefährdet; in Kornwestheim thermostatische Regelgeräte und in Kirchberg Heizungs- und Klimaanlagen für Pkw und Lkw.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: