Kariere in der Bundeswehr?

In Zeiten der Krise, hoher Arbeitslosigkeit und Ausbildungsplatzmangel sind Jugendliche und junge Erwachsene besonders von diesen Missständen betroffen. Laut den Umfragen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) lebten zu Beginn des vergangenen Jahres 900.000 Jugendliche zwischen 14 und 25 Jahren von Hartz-IV. Eine andere Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIH) für das Jahr 2009 ergab, dass 27 Prozent der Betriebe nicht ausgebildet haben. Dabei hatte die damalige Große Koalition einen Ausbildungspakt mit Vertretern der Wirtschaft „zur Schaffung und Sicherung von Ausbildungsplätzen“ geschlossen. Dass dieser Pakt nur ein fauler Zauber ist, hat die Umfrage nochmals bestätigt. Demzufolge nimmt die Armut in Deutschland immer größere Ausmaße an.

Die Rettung ist da?
Die führende Politik hingegen sieht die Schuld an dem Verfall der Ausbildungsplätze an der Krise. Dabei dauert der Abwärtstrend schon seit Jahren an. Gewerkschaften und andere Organisationen, die sich in diesem Punkt tatkräftig engagieren, werden von der führenden Politik im Stich gelassen. Allerdings bleibt auch die Bundesregierung nicht tatenlos in diesem Punkt. Auch sie „steuert“ nun tatkräftig gegen die Arbeitslosigkeit und Ausbildungsplatzmangel. Allerdings geht sie dabei einen anderen Weg. Nach dem Motto: „Wills du einen Ausbildungsplatz, dann komm zum Bund“, zeigt sie die Bundeswehr als die Lösung an.

Töten für das eigene Brot
Dass die Bundesrepublik in Sachen Militarisierung und Krieg kein Unschuldslamm ist, ist  schon lange kein Geheimnis mehr. Nun wirbt sie allerdings offen dafür. Funktionäre der Bundeswehr besuchen Schulen, um Jugendliche für eine Karrierelaufbahn in der Bundeswehr anzuwerben. Im Interview für unsere Zeitung Neues Leben berichtet ein Schüler über diese Vorkommnisse in seiner Schule. „Sie treten in die Klasse, stellen sich vor, geben sich als Freunde aus und erzählen uns, wie viel Geld man bei der Bundswehr verdienen kann“. Das ist allerdings noch nicht alles. In öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus und Bahn oder an Haltestellen kleben Werbeplakate mit dem Slogan „Bundeswehr als Arbeitgeber. Karriere mit Zukunft!“ Vor Kurzem gingen sogar Werbespots der Bundeswehr auf Sendung, in denen sie sich als lukrativer Arbeitgeber offeriert und Zukunftsperspektiven bietet. Die berühmte Trommelmusik ist zu hören, wo gleichzeitig eine junge weibliche Stimme stolz erzählt, wie schön es ist, dort in einer Reihe zu stehen, neben den vielen anderen. Offensichtlich versucht die Bundeswehr mit Gruppengefühl und gewecktem Nationalstolz junge Menschen für sich zu Gewinnen. Offenkundig propagiert sie mit der neusten Technik und Ausbildungsplätzen mit sehr guten Gehältern. Sogar das Studium wird bezahlt und zusätzlich bekommen die Studierenden noch einen vollen Lohnausgleich. Diese Möglichkeiten bietet sie den Jugendlichen, um sie effektiv in Kriegen einsetzen zu können. Im Endeffekt fallen dadurch immer mehr Menschen der Kriegsmaschinerie zum Opfer.

Das Lied vom Krieg
Weiterhin wird deutlicht, dass Deutschland sich auf kommende Kriege vorbereitet und ihre Armee darauf hinarbeitet, eine starke Kriegsmaschinerie zu werden. Und hierfür werden wohl auch keine Mühen und Kosten gescheut. Vergangenes Jahr gab die Bundesrepublik 23,7 Milliarden für Militarisierung aus. Mit diesem Geld könnten zahlreiche Schulen und Berufsschulen gebaut werden, um endlich mal ein Schlusspunkt in der Ausbildungs- und Bildungsmisere zu setzen. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass auch der Vorwand „die Staatskassen seien leer“ mal wieder gelogen ist. Es ist Geld da und zwar reichlich. Es wird nur für andere Interessen investiert!

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: