Migranten an deutschen Hochschulen

An deutschen Hochschulen findet ein Umbruch statt, auch wenn dieser noch umstritten ist. Die Bildungsstreikbewegung warf viele Themen auf und die Regierenden wollen angeblich die Missstände „verbessern“. Obwohl kaum einer seine Aufmerksamkeit hierauf richtet, ist das sehr wichtig für die zukünftige Hochschullandschaft: die steigende Zahl der Studierenden mit Migrationshintergrund.

Heutzutage scheinen sich mehr Studierende mit Migrationshintergrund an den Universitäten zu befinden, als früher. Zumindest scheint es so bei einem Durchgang auf dem Campus oder einem Blick in die meist vollen Universitätsbibliotheken. Aktuelle Statistiken belegen diese Wahrnehmungen. Nach einer Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks von 2006 hatten 136.000 Studierende mit einem deutschen Schulabschluss einen Migrationshintergrund. Das ist ein Anteil von 8 Prozent aller Studierenden. Im selben Jahr waren zusätzlich 189.450 Studierende aus dem Ausland an deutschen (Fach-)Hochschulen eingeschrieben 9,5 Prozent).

Aktuellere Zahlen über Studierende mit Migrationshintergrund liegen leider nicht vor. Aber an den vorliegenden Zahlen, wird deutlich, dass die Anzahl der Migranten an Universitäten und Fachhochschulen unterrepräsentiert sind. Es muss berücksichtigt werden, dass fast ein Fünftel der deutschen Bevölkerung einen Migrationshintergrund hat. Daher dürfen die Zahlen nicht pauschalisiert werden, denn während die Zahl der Studierenden aus dem Ausland ansteigt, gibt es bei den in Deutschland lebenden Migranten eine Unterrepräsentanz an Studierenden. Und genau das verdeutlicht eine soziale Benachteiligung, die an der gesellschaftlichen Struktur und dem Bildungssystem liegt. Es kommt nicht darauf an, dass gut ein Fünftel der Studierenden Migrationshintergrund haben sollten, damit von einer „gelungenen Integration“ gesprochen werden kann, sondern müssen die selektiven und ausgrenzenden Faktoren, die diese Fakten schaffen, verändert werden. An deutschen Hochschulen ist eine gewisse Skepsis bei Dozenten und Studierenden zu sehen, was die beruflichen Zukunftsperspektiven von Akademikern betrifft. Schon jetzt finden viele Akademiker nach jahrelangem Studium keinen Job. Und das gilt ebenfalls für die mit Migrationshintergrund.

YH/NL

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