„Für uns, für unsere Kinder, für ein besseres Leben“

Kein anderer Tag als der 8.März symbolisiert den unermüdlichen Einsatz von Frauen gegen ihre Benachteiligung, Diskriminierung und Ungleichheit. Seit mehr als 100 Jahren begehen weltweit Frauen den Internationalen Frauentag mit zahlreichen Veranstaltungen. Denn der Kampf für gleiche Rechte und gegen Lohnungleichheit ist auch heute aktuell. Unter dem Motto „Für unsere Gleichberechtigung. Gegen Armut und Abwälzung der Krisenlast auf uns Frauen“ luden Mitgliedergruppen unseres Verbandes tausende Frauen zu seinen Feierlichkeiten zum 8.März ein. Von Berlin, Hamburg, Bielefeld über Duisburg, Dortmund, Köln, Essen, Bochum bis Frankfurt, Mannheim, Stuttgart, und Nürnberg – in über 20 Städten bis zu 5.000 Frauen zusammen.
Gebunden an seine politische und historische Bedeutung, ist der 8.März ein Tag, an dem unser Verband mit tausenden Frauen auf Grundlage gemeinsamer (frauen-)politischer Forderungen zusammen kommt, mit Unterstützung von Gewerkschaften, lokalen Fraueneinrichtungen und Mitgliedervereinen der DIDF. Vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise, der zunehmenden Verarmung sowie der Zunahme von Kriegen bzw. militärischer Gewalt, waren die Feierlichkeiten Orte für die Stimmen der Frauen für Gerechtigkeit und Frieden.
Unser Verband versteht sich nicht „nur“ als eine Plattform des Nebeneinanderreihens von Problemen. Wir suchen nach Lösungen und konkreten Formen und Möglichkeiten der sozialen und politischen Beteiligung an regionalen und bundesweiten Aktionsbündnissen. Sowohl in den Vorbereitungen als auch in den Feierlichkeiten trugen wir unsere Forderungen an tausende Frauen heran.
Wir Migrantinnen werden oft als das schwache Geschlecht dargestellt. Unsere Feierlichkeiten zum 8.März hat dies in vieler Hinsicht widerlegen können. Die Bewegung der Frauen hat viele Steine auf dem Weg, die sie überwinden muss. Traditionelle Rollenbilder und Herrschaftsstrukturen, die über Jahrhunderte die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern zementiert, die sozio-kulturelle Lage der Frauen, ihre Arbeitsbedingungen, kulturell oder religiös ausgelegte Sitten und Bräuche sind auch heute Ketten an ihren Füßen, die ihre selbstbestimmte Teilnahme erschweren. Kontinuität und Entschlossenheit gehören zu den wesentlichen Bedingungen, um die politische Arbeit von Frauen vorantreiben und stärken zu können. Die Dynamik, die wir vor und rund um den 8.März hergestellt und beobachtet haben, bestätigen, dass wir in der Lage sind, einen breiten Kreis von Frauen zu erreichen, solange wir daran festhalten, unsere Arbeit an ihren konkreten Bedürfnissen orientieren und ansetzten. Die Teilnahme der vor einigen Monaten in Streik getretenen Gebäudereinigerinnen an unserem Fest in Berlin ist ein konkretes Beispiel, und spiegelt ähnliche positive Entwicklungen in unseren Mitgliedergruppen wider. Seit seiner Gründung im Jahr 2005 nähert sich unser Verband einem größeren Frauenkreis, erweitert sein Wirkungskreis und entwickelt mehr seine eigene Form der Arbeit und Sprache. Hinzu kommt, dass in diesem sich auffällig viele junge Frauen an unseren Veranstaltungen beteiligten. Dies unterstreicht die Bedeutung der spezifischen Ansprache von frauenrelevanten Themen bzw. den weiterbestehenden Bedarf bei jungen Frauen. Wenngleich wir wissen, dass „dieses oder jenes hätte besser laufen können“, so überwiegt jedoch die Tatsache, dass wir die Kraft und das Potenzial haben, tausende Frauen erreichen und auf Grundlage gemeinsamer Forderungen nach Gleichberechtigung und auf ein besseres Leben, zusammen kommen können. Dafür gilt es weiter entschlossen und kontinuierlich zu arbeiten.

SIDAR DEMIRDÖGEN-AYDINLIK

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