Pro-NRW und NPD werden nicht durchkommen!

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Seit über zwei Monaten ist der ganze Ruhrpott in Bewegung. Lokale Bündnisse, Schülergruppen, Gewerkschaften, Organisationen und Initiativen bereiten sich auf die Demonstrationen am 27. und 28. März in Duisburg vor.
An diesen Tagen planen Pro-NRW und die NPD einen Sternmarsch zur Merkez-Moschee in Duisburg-Marxloh.
Pro-NRW und NPD betreiben eine offen rassistische Politik und versuchen, vorhandene Ängste und Vorurteile der Bevölkerung für sich und ihre Interessen auszunutzen. Das ist weitgehend bekannt. Die Frage ist, woher sie die Motivation und Unverfrorenheit haben, dermaßen offensiv aufzutreten.
Die herrschende Politik hat daran einen großen Bärenanteil. Die Debatten über Integrationsunwilligkeit von Migranten, die Islamisierung Deutschlands oder der Missbrauch von Hartz IV werden von etablierten Parteien und Politikern vorangetrieben. Eine intensive Teile-und-herrsche-Politik wird fortgeführt und nährt offen rassistisch-faschistische Kräfte wie die NPD oder Pro-NRW.
Einst ist klar. Die Aufmärsche der Rassisten und Faschisten müssen verhindert werden. Doch allein die Blockade oder Verhinderung dieses Sternmarsches an diesem Tag wird sicherlich nicht ausreichen. Solange sich soziale Probleme weiter vertiefen und die politische Stimmung mit scheinheiligen Argumenten, wie „Man muss ja mal die Wahrheit sagen dürfen“ oder „Auch Tabus müssen gebrochen werden“ etc., vergiftet wird, werden Rassisten und Faschisten eine Grundlage für ihre Hass-Politik finden. Heute kommt es mehr darauf an, das Zusammenleben und den Kampf für eine sichere Zukunft und gegen die sozialen und politischen Angriffe gemeinsam zu gestalten. Es geht hierbei nicht darum, eine Moschee zu schützen. Die Glaubensfreiheit gilt für jeden und muss auch anerkannt werden. Diese demokratische Grundeinstellung steht aber nicht im Widerspruch zur Kritik gegen die türkischen und muslimischen reaktionären Kräfte, die ihrerseits auch die Gefühle und den Glauben von Menschen für ihre eigenen nationalistischen und reaktionären Ziele missbrauchen.
In diesem Zusammenhang stellt sich Duisburg quer -gegen jegliche rassistische-faschistische und reaktionäre Politik, egal von welcher Seite sie stammt.

Interviews aus Duisburg , zum Thema Nazi-Aufmarsch in Marxloh am 27. März 2010

Sylvia Brennemann vom “Marxloher Bündnis”:
“Das Marxloher Bündnis ist eine Notfallbündnis-Organisation, die immer dann in Kraft tritt, wenn Menschen durch Rechtsextremisten bedroht werden. Wir beabsichtigen im Wesentlichen so stark zu mobilisieren, dass die Stadt voll wird von Gegendemonstranten und folglich keine Rechten in den Stadtteil kommen können.”
Azad Tarhan von “Duisburg stellt sich quer”:
“Wir stellen uns quer, indem wir uns an dem Tag auf die Straßen setzen. Wir gehen in die Stadtteile hinein und reden mit den Einwohnern darüber. Wir organisieren Blockadepunkte, um den Naziaufmarsch zu verhindern. Natürlich rufen wir alle Menschen auch außerhalb von Duisburg dazu auf, sich uns anzuschließen und sich den Nazis in den Weg zu stellen.”

Ulla Jelpke, Innenpolitische Sprecherin der Linken:
“Wer schweigt, unterstützt eigentlich die Nazis. Und wer nichts tut, lässt zu, dass es Zustände gibt, die wir schonmal hatten und die wir in Ansätzen auch heute wieder haben in diesem Land. Dass es Anschläge gibt gegen migrantische Organisationen aber auch gegen Antifaschisten, die aufstehen und etwas dagegen tun, ist ein sicheres Zeichen dafür. Und wir werden nur dann verhindern, dass Nazis wieder groß werden, wenn wir gemeinsam handeln.”
Kardelen, 17 Jahre, Schülerin aus Duisburg:
“Ich setze mich in meiner Schule für die Mobilisierung ein. Ich habe Flyer verteilt und Plakate aufgehängt. Meine Lehrer erlauben mir das und unterstützen mich sogar. Wir wollen als Schule vollzählig an der Gegendemo teilnehmen und den Naziaufmarsch verhindern.”

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