Migranten schicken ihre Kinder seltener in die Kitasseltener in die Kitas

Laut einer Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes besuchen Kinder mit Migrationshintergrund seltener eine Kindertageseinrichtung, als Kinder ohne Migrationshintergrund. Aus der Ecke der CDU und FDP ertönen Forderungen, die Eltern in die Pflicht nehmen wollen, damit sie ihre Kinder in Kitas schicken. Aber in der Realität wird genau das Gegenteil praktiziert.
In Westdeutschland gehen 84 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen in eine Kindertagesstätte. Bei deutschen Kindern sind es 93 Prozent. In den alten Bundesländern beträgt die „Versorgungslücke“ bei unter Dreijährigen durchschnittlich 8 Prozent. Somit ist der Mangel an Kitaplätzen in Deutschland in Verhältnis zu anderen Ländern hoch, insbesondere in Städten und Stadtteilen mit einem hohen Migrationsanteil. Dabei gibt es zwischen verschiedenen Bundesländern große Unterschiede. Das gilt insbesondere für Schleswig-Holstein. Während hier 91 Prozent der deutschen Kinder eine Kita besuchen, sind es nur 60 Prozent der Kinder aus Migrantenfamilien. Doch die Zahlen täuschen noch mehr: Selbst wenn genug Plätze vorhanden wären, zeigt die Realität, dass viele Familien wegen der hohen Kosten ihre Kinder nicht in Kitas schicken (können).

Kaputt sparen
Ab 2013 soll das „Betreuungsgeld“ eingeführt werden, das als Alternative zu der gesetzlich zugesicherten Kinderbetreuung gezahlt werden soll. Diese 150 Euro pro Monat pro Kind sollen für Kinder unter drei Jahren gezahlt werden, die von ihren Eltern zu Hause betreut werden. Dieses wird von verschiedenen Seiten kritisiert. Unter anderem warnen Experten, dass dadurch der Ausbau von Kitas verhindert werden soll und damit verbunden will sich der Gesetzgeber bei Erzieherinnen und Erziehern kaputt sparen. Die Steuergeschenke für Besserverdienende treiben die Kommunen in den Ruin, so dass es, wenn es um die Kleinkinderbetreuung geht, an fast allen Ecken an Geld fehlt. Das vor den Wahlen gemachten Versprechen, mehr Geld in die frühkindliche Förderung zu investieren, wird damit gebrochen.

Soziale Selektion fängt schon im Kindergarten an
Auf der anderen Seite sollen Eltern mit enormen Mehrkosten belastet werden. Als erste Maßnahme sollen ab Mitte Mai die Essenspreise in Kindertagesstätten und Horten um teilweise mehr als 60% angehoben werden. Ohne Frage wird die Erhöhung der Preise für Kitas die Gesellschaft noch mehr spalten. Untersuchungen wie die IGLU-Studie haben gezeigt, dass insbesondere mangelnde Frühförderung in Deutschland zur späteren sozialen Ausgrenzung führt.
Die Integration beginnt bereits sehr früh. Laut Aussagen der verschieden Parteien ist man sich dessen aber auch bewusst. Jedoch ist unverständlich, warum auf der einen Seite die Familien Geld dafür kriegen sollen, damit sie ihre Kinder zu Hause behalten, auf der anderen Seite jedoch die Preise der Kitas in die Höhe getrieben werden. Zudem kommt, dass die Konfrontation der Menschen mit einer durchschnittlichen Wartezeit von 2 Jahren für einen Kita- oder Hortplatz, welche auch noch mit hohen Kosten verbunden ist, das Interesse vor allem der sozial schwachen Familien an diesen Einrichtungen vergehen läßt. Die Wirklichkeit für sie ist, dass ihre Kinder wegen der Gebühren oftmals nicht in die Kitas gehen können. Für die Entwicklung eines Kindes und vor allem für die spätere soziale Stellung spielt die vorschulische Bildung aber eine große Rolle. Somit zeigt sich die Doppelmoral der Politiker ganz offen anhand dieses Beispiels. (NeuesLeben)

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