Das Mainfeld wehrt sich

Die ABG-Holding, eine städtische Wohnungsgesellschaft, sieht in der Frankfurter Siedlung „Im Mainfeld“ bauliche Maßnahmen vor. Bislang gibt es hierzu keine konkreten Aussagen der Wohnungsgesellschaft, mit Ausnahme von drei Optionen für das geplante Bauvorhaben: 1. Kompletter Abriss, 2. Abriss bei Beibehaltung von 6 Etagen der Hochhäuser (derzeit bis 21 Stockwerke) und 3. Sanierung und Beibehaltung der Hochhäuser in seinem jetzigen Zustand. Bislang ist kein einziger Mieter im Entscheidungsprozess einbezogen. Die Mieterinitiative, die sich gegen den Abriss der Hochhäuser wehrt, wird bis heute von jeglichen Sitzungen der Wohnungsgesellschaft und Vertretern der Stadt Frankfurt ausgeschlossen.
Gründe für das
Bauvorhaben
Die Motive für den Abriss oder den Rückbau der Hochhäuser im Mainfeld werden mit dem Bedarf an energetischer Sanierung, der Gefahr der ansteigenden Jugendkriminalität und dem Ziel der „sozialen Durchmischung“ begründet.
Gegen die energetische Sanierung gibt es keine Einwände, da seit 34 Jahren in der Siedlung keine Sanierungen vorgenommen wurden. In vielen Wohnungen haben sich bereits Schimmel gebildet. Die Nebenkosten sind wegen schlechter Dämmung und undichter Fenster sehr hoch. Es ist offensichtlich, dass die Wohnungsgesellschaft mit politischer Rückendeckung der Römerkoalition, die Instandsetzung der Mängel bewusst verweigert, um das Ausziehen der Bewohner zu erzwingen und so die Liegenschaft für rentablere Geschäfte zu nutzen. Der Vorwand der Jugendkriminalität ist zudem nicht stichhaltig, da die Kriminalitätsrate im Mainfeld nicht höher als in anderen Frankfurter Stadtteilen liegt. Ganz im Gegenteil gibt es eine Besserung, die besonders auf die sozialen Angebote in der Siedlung zu verdanken ist, wie die Eröffnung des Jugendtreffs, bei dem die Mainfelder Jugendlichen beim Aufbau tatkräftig mitgeholfen haben.
Jugendliche übernehmen Verantwortung für ihren Jugendtreff und fühlen sich dort wohl.
„Soziale Durchmischung“
Der Vorsitzende der ABG Holding, Frank Junker, nennt als weiteres Argument für sein Bauvorhaben, das Ziel der „sozialen Durchmischung“. Konkret spricht er dabei von „Entzerrung“. Im Mainfeld leben zum Großteil ArbeiterInnen, sozial schwache Familien und Migranten. 70% der Mainfelder Bewohner haben einen Migrationshintergrund. Es sind größtenteils Mietwohnungen, die aufgrund der Mieten für viele Menschen bezahlbar sind. Die Erhöhung der Mietpreise und Nebenkosten in den vergangenen Jahren, strapaziert bereits heute schon die Geldbeutel der Bewohner. Hinter dem Projekt der sozialen Durchmischung verbirgt sich das Ziel, sozial schwache Menschen und Migranten zugunsten reicher Bewohner aus dem Mainfeld zu vertreiben.

Es ist bezeichnend, dass in der Bürgerfragestunde eine Migrantin deutlich aussprach: Wir sind nicht asozial“,  weil ihnen vermittelt wird, es sei asozial im Mainfeld zu wohnen. Ein ganzer Stadtteil wird hier stigmatisiert. Übrigens haben viele Kinder der Migranten  eine Ausbildung bzw. Studienabschlüsse oder befinden sich derzeit im Studium.

Die Mieter vom Mainfeld haben Eigeninitiative bewiesen
Deutsche wie Nichtdeutsche wollen im Mainfeld bleiben. Die Folgen eines Umzugs wären für die meisten verheerend, dies würde den Verlust der sozialen Kontakte bedeuten. Viele haben ihre Kinder und ihre Enkel, die unmittelbarer Nähe wohnen. Es existieren viele andere Angebote, die von den Bewohnern wahrgenommen werden. Die Mieter vom Mainfeld, Deutsche wie Nichtdeutsche, haben Eigeninitiative bewiesen, indem sie sich organisiert haben und gemeinsam zur Bürgerfragestunde im Planen und Bauen – Ausschuss erschienen sind. Der Protest gegen den geplanten Abriss der Hochhäuser wird von der Mieterinitiative, der Fraktion Die Linke, DIDF Frankfurt und dem Bundesverband der Migrantinnen unterstützt. (NeuesLeben)

Was wollen die Bewohner der Mainfeld Siedlung

> Sie wollen, dass saniert wird aber im Bestand. Sie wollen keinen Rückbau, keinen Abriss bzw. Umzug in die „Bürostadt“, wo bereits viele Unternehmen ihre Büroräume geschlossen haben, da Mitarbeiter wegen dem Gestank aus der naheliegenden Kläranlage, sich geweigert haben, hier zu arbeiten.
> Mit der Unterschriftensammlung, haben die Mainfelder deutlich gemacht, dass sie dort wohnen bleiben wollen. Von 850 Bewohnern wurden 496 angetroffen, davon sind 92 Prozent der Mieter gegen den Abriss ihrer Hochhäuser.