Gegen Zionismus und Nationalismus

Der aktuelle Angriff der israelischen Eliteeinheit Shayetet 13 auf die „Free Gaza“-Flottille hat wieder einmal bewiesen, mit welch gespaltenen Reaktionen der israelischen Aggression begegnet wird. Diese Reaktionen sind ebenso vielfältig, wie die Vorschläge zur Stabilisierung der politischen Lage im Nahen Osten. Zum Einen sind da die USA und EU, welche den Vorfall zwar „bedauern“, aber in ihrem Handeln den getätigten Trauerbekenntnissen und  Forderungen schuldig bleiben, zum Anderen die muslimischen Länder, welche Israel als „Terrorstaat“ verteufeln und mit verklärter, nationalistischer, gar antisemitischer Propaganda Zuspruch in den eigenen Reihen suchen. Und die israelische Regierung suhlt sich geradezu voller Stolz in dem Überfall auf den Hilfskonvoi und versucht mit beinahe makaberer Art und  Weise zu rechtfertigen, was nicht zu rechtfertigen ist. Die konventionellen Medien spielen bei diesem Spielchen munter mit.
Selbstverteidigung oder
Piraterie?
Eindeutiger lag ein Vergehen der israelischen Armee gegen Menschen- und Völkerrecht kaum vor. Umso unverständlicher erscheint es, dass nicht einmal an Sanktionen gegen Israel gedacht wird, welche gegen andere Länder ohne weiteres Zögern verhängt worden wären. Nein, sogar schlimmer. Nicht dass der Tod von neun Menschen furchtbar genug wäre und die Rücksichtslosigkeit der israelischen Regierung erneut unterstreicht, nicht etwa der untragbare Zustand der Blockade Gazas, bei dem zwei Millionen Menschen regelrecht von der Außenwelt abgeschottet sind, wird thematisiert, sondern stürzen sich westliche Medien vor allem auf die missliche Lage, in die sich Israel manövriert hat. Kaum ein Wort von Rechtsbruch, von Unverhältnismäßigkeit oder Mord. Mehr noch. Spekulationen darüber, dass der Überfall auf den Hilfskonvoi eine geplante PR-Aktion  der Hamas war. Das der Konvoi von Terroristen und radikalen Islamisten angeführt worden ist. Plötzlich werden Menschenrechtler, Parlamentarier, Schriftsteller und Juristen mit einem Schlag zu gewalttätigen Verbrechern. Die makabere Behauptung, Israel befände sich im Verteidigungsfall, spiegelt das verzerrte Selbstempfinden Israels wieder. Bild und Videomaterial der Schiffspassagiere wurde von israelischen Behörden konfisziert, welches jetzt aussortiert und passend zusammengeschnitten der Weltöffentlichkeit präsentiert wird. Ebenso vermeintliche Waffen, wie Holzstäbe und Metallstangen, sowie einige Messer. Kein Bild von den Gewehren und Pistolen der Elitesoldaten. Die Medienhoheit ist fest in der Hand Israels. Und das, zumindest in Israel, mit Erfolg. 94,4 Prozent der jüdischen Israelis befürworten laut einer Umfrage der Tageszeitung Maariv das gewaltsame Vorgehen gegen den Hilfskonvoi.

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