Nationale Frage in Spanien

Das besondere an Spanien ist, dass das Land aus verschiedenen Nationen besteht. So gibt es Basken, Katalanen und Galizier. Alle diese Volksgruppen haben nationale Eigenschaften, die sie von den anderen unterscheiden. So haben sie eine eigene Sprache, ein gewisses Besiedlungsgebiet, eine eigene Kultur und eine gemeinsame Gefühlswelt.

Während in der Phase der 2. Republik die Nationen bessere Möglichkeiten hatten, ihre eigene Kultur auszuleben, war die Ära Franco eine Zeit in der das Bedürfnis der Völker, ihre eigene Identität auszuleben, mit Gewalt unterdrückt wurde.

Franco, der der Führer des spanischen Faschismus war, untersagte den Nationen, ihre Muttersprache und ihre Flagge zu gebrauchen sowie ihr demokratisches Recht, die eigene Kultur auszuleben. Das System war aufgebaut auf einer chauvinistischen Vaterlandsliebe. Kurz, das Regime Franco war ein Angriff auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker, die Identitäten und Kulturen der unterschiedlichen Völker wurden negiert.

Mitte der 70er Jahre war das Regime Franco kurz vor ihrem Niedergang. Aufgrund der wachsenden gesellschaftlichen Proteste haben die Oligarchen und Diktatoren des Landes durch die Bestimmung eines Monarchen die Einheit des Landes garantiert. Diese Phase endete mit der Verfassung von 1978. Diese Verfassung war ein voller Betrug, denn die Völker Spaniens standen nun vor den Alternativen: Monarchie oder Republik. Weder die faschistischen Gerichte, noch die Mitglieder der Franco Regierung und ähnliche repressive Einrichtungen wurden abgesetzt.

Die Polizei und das Militär hatten 300.000 Kämpfern das Leben genommen und ca. 1 Millionen Antifaschisten waren inhaftiert oder im Exil. Der Wandel zu Spanien war auch eine reine Enttäuschung in Bezug auf die Frage des Selbstbestimmungsrechts der Völker.

Gegenwart

Heute hat die Bourgeoisie die nationalen Befreiungsbewegungen unter Kontrolle. Das können wir sowohl im Baskenland, in Katalonien als auch in Galizien beobachten. Aber dies ändert nichts daran, dass die Völker sich in ihren Regionen mal mehr, mal weniger konzentriert in diesem Zusammenhang bewegen.

Wenn nicht die Arbeiter die nationalen Befreiungsbewegungen anführen, wird die Solidarität der unterschiedlichen Volksgruppen schwinden und man wird erleben, dass die nationalen Befreiungsbewegungen und Arbeiterbewegungen auseinanderdriften. Diese Situation macht es den Oligarchen einfacher. Genau dies ist es, was wir heute erleben und das ist eines der größten Hindernisse der Einheit der Bevölkerung gegen die Monarchie.

Aber auch die Monarchie treibt diese Situation bewusst voran. Weder polizeiliche Maßnahmen, noch Staatsterrorismus, noch gerichtliche Repressionssysteme, wie spezielle Parteiengesetze oder spezielle Gerichte, werden die seit 150 Jahren andauernden Probleme lösen. Unabhängig davon, ob der Kampf dieser Organisation richtig oder falsch ist. Heute ändert der nationale Linksflügel ihre Taktik und steigt vom bewaffneten Widerstand in den politischen Widerstand um.

Das spanische Volk besteht darauf, dass das Ergebnis nur eine politische Lösung sein kann. In diesem Zusammenhang kann niemand den Kampf um das Selbstbestimmungsrecht der Völker unabhängig vom Kampf gegen die Monarchie für eine demokratisch-föderale republikanische Verfassung führen. Nur in diesem Rahmen kann das Recht auf freie Meinung und das Selbstbestimmungsrecht anerkannt werden.

Nur so wird man ein Spanien erreichen, in der es wirklich demokratische Rahmenbedingungen gibt. Dies zu erreichen ist immens wichtige Aufgabe im Sinne der Völker in Spanien. Nur dann werden die Basken, die Katalanen und Galizier selbstbestimmt leben. Ja, wir stehen ohne Wenn und Aber hinter dem Selbstbestimmungsrecht der Völker mit all ihren Konsequenzen, aber die Verteidigung des Föderalismus und damit einhergehend die Einheit der Menschen und Völker in Spanien kann nur so gewährleistet werden.

(Spanische Delegation auf dem 22. Internationalen Jugendcamp)

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