Aktuelle Fälle von Datenschutzmissbrauch

Lidl
Der Überwachungsskandal bei Lidl ereignete sich im Jahr 2008. Der Lebensmittelkonzern hatte in mehr als 500 Filialen Mitarbeiter von Detektiven rechtswidrig überwachen lassen. Sie erstellten etwa detaillierte Gesprächsprotokolle, bespitzelten Beschäftigte auch im Privatbereich oder überwachten sie unzulässig per Video. U.a. wurde dokumentiert, wie oft die Mitarbeiter auf die Toilette gehen, wer sich nach der Arbeit trifft oder sogar ein Liebesverhältnis hat.  und somit z.B. dokumentiert, wie oft diese auf die Toilette gehen, wer sich möglicherweise nach der Arbeit trifft oder gar ein Liebesverhältnis hat. Der Lebensmitteldiscounter Lidl muss wegen der Bespitzelung von Mitarbeitern ein Bußgeld von insgesamt knapp 1,5 Millionen Euro zahlen. Zu Recht kommentiert die Gewerkschaft verdi den Skandal als einen „Witz“.
Der Kontrolle am Arbeitsplatz ist jedoch kein Einzelfall. Mit der Enthüllung des Überwachungsskandals bei Lidl, kamen ähnliche Fälle bei weiteren Discounter wie Penny, Plus, Tegut und Norma ans Licht. Auch hier setzten die Arbeitgeber systematisch versteckte Kameras und Detektive ein, um die Beschäftigten zu kontrollieren.

Google
Die Vergabe von individuellen Cookies durch die Suchmaschine an ihrer Benutzer im Jahr 2008 war und ist nur eine von mehreren Missbräuchen des Datenschutzes und der Privatsphäre des Internetmonopols. Dabei wurde den Internetnutzern persönliche Identifikationsnummer zugeteilt. Diese ermöglichte, die Suchanfragen jedes Benutzers zu protokollieren, um so zumindest daraus Rückschlüsse auf Interessensgebiete zu ziehen. Allein die Speicherung und Analyse von personenbezogenen Suchanfragen erlaubt Möglichkeiten für die Erstellung von individuellen Nutzerprofilen. „Sage mir, was Du suchst, und ich sage Dir, wer Du bist“.

Deutsche Telekom
Die Skandale um Missbrauchsfälle von Datenschutz und Privatsphäre reißen bei der Deutschen Telekom kaum ab. In den vergangenen Jahren „verlor“ der Konzern mehrere Male Kundendaten bzw. landeten in dubiose Hände. Im Jahr 2008 gelangten so persönliche Daten von 30 Millionen Kunden an unseriöse Adresshändler und Call-Center. Dabei ging es um Namen, Adressen, Vertragsdaten und Bankverbindungen.
Wiederum im Jahr 2008 machte sich der Telekommunikationsriese mit einem Skandal auf sich aufmerksam. Dabei wurden in großem Stil die Telefonverbindungsdaten eigener führender Mitarbeiter überwacht und ausgewertet.

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