Die Krise hat die Jugend am stärksten erwischt

SEYDA KURT
Die Wirtschaftskrise ist angeblich schon längst überwunden – doch die Auswirkungen lassen sich immernoch deutlich erkennen!  Politiker sprechen von einem konjunkturellen Aufschwung doch dreht der Öffentlichkeit weiterhin mit Haushaltskürzungen den Geldhahn zu, das Volk hingegen versucht immernoch die Lasten der Krise abzuwälzen.
Die aktuellen Berechnungen des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden zeigen wie die Realität nach der Krise in Deutschland aussieht und stellt somit der Regierung ein miserables Zeugnis. Das Armutsrisiko steigt immer mehr: laut den am Freitag veröffentlichten Zahlen ist jeder siebente Bundesbürger von Armut bedroht, in Ostdeutschland sogar bis zu jeder fünfte. Als armutsgefährdet gilt dabei nach Definition der Europäischen Union eine Person, die weniger als 60% des durchschnittlichen Bevölkerungseinkommens zum Leben zu Verfügung hat.
Für Erwerbslose , Alleinerziehende und ihre Kinder sieht es besonders beklagenswert aus. 54% der Erwerbslosen und 40% der Alleinerziehenden nähern sich immer mehr dem Existenzminimum. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) konzentriert sich in einem anderen Bericht auf die Konsequenzen die eine andere sozial benachteiligte Gruppe unserer Gesellschaft betreffen: dem neuen Bericht über globale Trends der Beschäftigung von Jugendlichen lässt sich entnehmen, dass die weltweite Erwerbslosenquote der Jugendlichen  absolute Höchstzahlen erreicht hat und damit Jugendliche unter anderem am radikalsten von der Wirtschaftskrise betroffen sind: „Die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren hat den höchsten bislang gemessenen Stand erreicht – und sie dürfte 2010 noch weiter zunehmen.“. Ende 2009 beziffert sich diese auf 81 Millionen, somit 13% aller Jugendlichen weltweit. Diese schlechte Lage begrenzt sich jedoch nicht nur auf erwerbslose Jugendliche, für viele mit einer festen Beschäftigung sieht es nicht besser aus: Arbeitszeiten und Löhne sinken, versichertes Arbeiten wird immer mehr zur Nebensache. Im Jahre 2008, so heißt es im Bericht, lebten mehr als 152 Millionen Jugendliche trotz eines Jobs in extremer Armut! So kann man davon ausgehen, dass vor allem in den Entwicklungsländern menschenunwürdige Lebens- und Arbeitsumstände noch eine weitere Generation in den Abgrund ziehen werden. ILO-Chef Juan Somavia sagt dazu, dass Millionen junger Menschen in der Klasse der „arbeitenden Armen“ gefangen seien.
Eine Verbesserung der Situation ist nicht zu erwarten – ganz im Gegenteil vermutet man eine fundamentale Verschlechterung. In Deutschland wird immerhin schon eine Quote von 8,8% Arbeitslosigkeit bei den unter 25-jährigen erreicht. Die Situation der jungen Frauen ist wie nicht anders erwartet noch mal schlechter als die der männlichen Leidensgenossen. Während die Statistiken der globalen Jugendarbeitslosigkeit also dieses düstere Bild malen, kann man sich natürlich fragen von welchem Aufschwung unsere Politiker sprechen. Die Zukunft dieser Welt befindet sich in einem durch den Kapitalismus geschaufelten Abgrund, „hoffnungslos“. Die erwähnte Erholung von der Krise gilt also nur den Finanzriesen. Die Konjunktur der Jugend zeigt eine andere Bilanz: Depression! Und das nicht nur in wirtschaftlichem Sinne…

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