Ausstellung „Koffer voller Hoffnungen“

Zum 50. Jahr der Migration wurde eine Bilderausstellung vorbereitet, die viele Geschichten zusammenbringt. Von unterschiedlichen Bildern bis hin zu persönlichen Briefen in die Heimat zu der Geliebten – alles ist festgehalten und in Original zu finden. Die Vorbereitungen der Ausstellung ermöglichten den Menschen ihr ganzes Leben noch mal Revue passieren zu lassen. Mit einem traurigen Gesichtsausdruck erzählte eine ältere Frau: „Ich kam mit dem Zug in Deutschland an und konnte kein Wort Deutsch. Mein Mann, der mich abholen wollte, war noch nicht am Bahnhof. Abends in einem fremden Land. Ich hatte Angst, also setzte ich mich auf meinen Koffer, aus Angst, dass der geklaut werden könnte, und wartete.“
Die Geschichte der Migration ist vielfältig, so wie diese Ausstellung. Beim Rundgang trifft man auf Menschen, die zurückgekehrt sind, die sich hier wie zu Hause fühlen, die ihre Familie zurücklassen mussten. Aber eines hatten sie gemeinsam: Den Koffer voller Hoffnungen. Die Hoffnung auf ein besseres Leben.
In der Vorstellungsbroschüre heißt es: „Als Gastarbeiter und Arbeitskräfte wurden wir angeworben. In den ersten Jahren wurden wir herzlich und mit Feierlichkeiten empfangen. Die dreckige und schwere Arbeit, die wir dann in den Betrieben erledigten, waren uns egal – wir haben die Arbeit gemacht.
Mit den Jahren begannen wir, Momente der Ausgrenzung, Benachteiligung und Diskriminierung zu erfahren. Und nach den Anfangsjahren begannen wir durch das Hervortreten gleicher Probleme zusammenzurücken. Unzählige Vereine wurden gegründet: viele darunter gingen zu Grunde, weil sie nicht die elementaren Bedürfnisse der Werktätigen befriedigen konnten. Der Freundschafts- und Solidaritätsverein Stuttgart wurde 1980 gegründet. Seit ihrer Gründung hat sich der Verein für diese Bedürfnisse und Forderungen der Arbeiter eingesetzt. Sie sieht sich als ein Teil dieser Gesellschaft an und arbeitet eng mit Gewerkschaften und unterschiedlichen Einrichtungen zusammen, die sich für das gemeinsame und friedliche Zusammenleben der Menschen in einer gerechten Gesellschaft einsetzen.“
Unter diesem Gesichtspunkt ist die Ausstellung „Koffer voller Hoffnungen“ ein Spiegelbild der letzten 50 Jahre.

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