ES LEBE DIE BRÜDERLICHKEIT ALLER VÖLKER

Letzte Woche haben sich Jugendliche im Verein Omayra getroffen, um über das Thema Nationalismus im Fußball zu diskutieren. Anlass war das auffällige Verhalten der Fans im Spiel Deutschland gegen Türkei. Wir hatten uns mit vielen Jugendlichen aus dem Verein Omayra getroffen und haben uns das Fußballspiel zusammen am Oranienburgerplatz angeschaut. Das Spiel, das eigentlich ein türkisch-deutsches Fest sein sollte, sah eher aus wie ein türkischer Nationalfeiertag, da überwiegend türkische Fans mit türkischen Fahnen auf den Straßen Berlins unterwegs waren. Diese Ereignisse haben bei uns dazu geführt, dass wir über das Thema tiefgründig zu diskutieren anfingen. Unsere Kernfrage lautete: Wir kommt es zum Nationalismus im Fußball. Das, was uns allen am meisten aufgefallen war, war, dass die türkischen Fans sich hier in Deutschland viel auffälliger präsentiert haben, als die Fans, die das Spiel in der Türkei verfolgt haben. Da fragen wir uns: Woher kommt dieser Stolz der türkischen Fans, die in Deutschland leben ?!
Medien haben einen sehr großen Einfluss auf die Menschen, beziehungsweise auf die Fußballfans, sie versuchen, diese zu animieren, das Spiel nicht nur im sportlichen Sinne, sondern auch im politischen und nationalistischen Sinne zu betrachten. Zum Beispiel der Fall Mesut Özil: Über den deutschen Nationalspieler mit türkischen Wurzeln wurde vor dem wichtigen Spiel gegen die Türkei vieles diskutiert. Darüber, was wäre, wenn er ein Tor gegen die Türkei schießen würde, wurde viel spekuliert. Viele für mich naive türkische Fans sehen das als einen hohen Verrat gegenüber seiner Heimat an. Was sie jedoch nicht bedenken: Jedem Menschen ist es doch selbst überlassen, welche Heimat er als seine Heimat ansieht oder welcher Nation oder zu welchem Volk er oder sie sich angehörig fühlt.
Wie fühlen wir uns? Wie fühle ich mich? Bin ich Deutscher, Türke oder Kurde usw? Ein Freund, der oft in die Türkei reist, sagte, dass deutsche Einheimische die türkischstämmigen Bürger als Ausländer sehen und als fremde Menschen bezeichnen und genauso werden diese in der Türkei als Deutsche bzw. Deutschländer angesehen. In dem Punkt war ich verwirrt. Sind wir nirgends Einheimische? Es ist so, dass wir Jugendliche, die in Deutschland geboren wurden und die deutsche Kultur erfahren haben, es nicht leicht haben, da unsere Eltern und Großeltern wollen, dass wir deren Kultur nicht vergessen. Jeder Mensch muss frei entscheiden können, welcher Gesellschaft man sich angehörig fühlt. Das muss jedem klar sein. Diese Freiheit sollte man nutzen und mit eigenem Verstand entscheiden. Jedoch sollte diese Entscheidung den Menschen nicht dazu antreiben, nationalistische oder rassistische Züge gegenüber Menschen mit anderer Herkunft zu entwickeln. Wir alle sind Brüder und Schwester, auch wenn wir unterschiedlich aussehen, nicht die gleiche Sprache sprechen oder den selben Glauben haben.
Schlussfolgernd denke ich, dass der Rassismus und der Nationalismus im Fußball nichts zu suchen hat und duch den Fußball die Menschen mit verschiedener Herkunft zusammen kommen sollen, um miteinander ohne Vorurteile zu leben.

Eren Gültekin, 7. November 2010

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