Sicher sind AKW`s sicherlich nicht!

Vor dem Hintergrund der dramatischen Ereignisse in dem japanischen Atomkraftwerk Fukushima ist die kontroverse Diskussion um die Notwendigkeit von Atomenergie und Atomkraftwerken neu entfacht. Bei Demonstrationen in ganz Deutschland haben mehr als 110000 Menschen den Ausstieg aus der Atomenergie gefordert. Insgesamt sind an rund 450 Orten Mahnwachen abgehalten worden, gab die Kampagne „ausgestrahlt“ in Hamburg bekannt. Die Atomkraftgegner demonstrierten unter anderem vor den deutschen Kernkraftwerken, vor den Hauptsitzen und Informationszentren der Energiewirtschaft, vor Rathäusern und Parlamenten. Weitere dezentrale und große Demonstrationen sind geplant.
Das Problem bei radioaktiver Strahlung ist, dass man sie weder sehen, noch riechen kann. Und von der Atomlobby finanzierte Studien suggerieren den Menschen: Was nicht stinkt und sichtbar ist, muss sauber sein.
Politiker machen und betreiben jede unsinnige, diskriminierende oder rassistische Demagogie mit. Immer muss dabei das Argument der Sicherheit herhalten. Sicherheit vor Terroranschlägen waren Anlass für Antiterrorgesetze, Aufhebung des Bankgeheimnisses, Rasterfahndungen, Einführung von Video- und Internetüberwachung. Für die Sicherheit wurden neue Personalausweise erstellt oder Nachtscanner eingeführt. Und da wo wirklich Gefahr droht, soll lediglich die Sicherheit der deutschen AKW`s überprüft werden! Was ist das für eine Doppelmoral? Die Frage, die sich hier aufwirft, ist, warum sich die Bundesregierung so dreist vor die Atomlobby stellt! Und die scheinheilige Opposition von SPD und Grünen war jahrelang selber an der Regierung und hat einen sofortigen Ausstieg auch nur lediglich nach hinten verschoben. Jetzt spielen sie sich als die Helden auf, die sie in Wirklichkeit nicht sind. Denn auch sie hatten ihre Chance, ihren „Idealen“ gerecht zu werden und AKW`s zu schließen.
Eine Sache macht die Dreistigkeit aller politischer Parteien deutlich: Genauso wie die Menschenrechte im Irak oder die Frauenrechte in Afghanistan sind das vorgeschobene Gründe, um die Interessen derjenigen zu wahren, denen sie eigentlich dienen! AKW`s gehören weltweit schon längst abgeschafft und spätestens seit Fukushima wissen wir sicherlich ein: Sicher sind AKW`s niemals! Eine Investition in regenerative Energien statt Milliarden und Abermilliarden Subventionen an die Energie- und Atomwirtschaft und ein Umdenken in der Energiepolitik ist notwendig. Wenn das letzte Uran abgebaut wird und die AKW`s dann erst abgeschaltet werden, wird es mit (der) Sicherheit zu spät sein!

Ein Hauptargument der Befürworter von Atomenergie: Sie liefere billigen Strom. Auf den ersten Blick ist Atomstrom immer relativ günstig auf dem Markt. Auch beim Rohstoff Uran muss nicht so tief in die Tasche gegriffen werden, als bei den ständig teurer werdenden fossilen Brennstoffen Erdöl und Ergas. Aber wenn man die Kosten näher durchleuchtet, stellt man ohne Probleme fest: Atomstrom ist nur billig, weil Kosten abgeschrieben werden oder einfach umgewälzt werden auf den Steuerzahler und auf Kosten der Sicherheit. Uran lässt sich in vor allem in wenig Entwickelten Ländern sehr billig aus Bergwerken herausholen, billig deswegen, weil die Arbeiter ganz wenig Lohn bekommen und billig deswegen, weil Schäden für Natur, Umwelt und Bevölkerung nicht so einen großen Wert haben, da das ja „weit weg ist vor der eigenen Haustür“. Ebenfalls ist Atomstrom billig, weil keine Forschung betrieben werden muss. Denn das übernehmen ja im Endeffekt die Staaten für die Energiekonzerne. Somit fallen Milliarden Euro geradewegs als Aktienoptionen in die Taschen der Großbanken und Aktionäre. Auch der Transport und Lagerung von Atommüll wird direkt vom Staat gesichert. Und bei einem Super-GAU, wer haftet da? Natürlich der Staat! Wer bezahlt Schäden, Evakuierung, Krankheitskosten? Ein Super-GAU ist kaum versicherbar. Internationale Abkommen begrenzen die Haftung von AKW-Betreibern auf einen Bruchteil der wahrscheinlichen Kosten eines Atomunfalls. Den Rest übernimmt der jeweilige Staat, also wieder der Steuerzahler, mal abgesehen davon, dass es nach so einem Fall sowieso egal wäre! Und genau das geben sogar Vertreter von Politik und Wirtschaft offen zu: Klaus Töpfer (CDU), Umweltminister unter Ex-Kanzler Kohl und Ex-Direktor des UN-Umweltprogramms, gab im Juli 2008 in einem Interview zu: „Atomenergie ist ja nicht an sich billig. In der Herstellung ist ein Atomkraftwerk zum Beispiel unvergleichlich teuer. Zu einem Goldesel wird die Anlage, wenn sie abgeschrieben ist“. So bringt der Betrieb eines abgeschriebenen AKWs nach Angaben der Energiewirtschaft rund eine Million Euro – pro Tag. Und Töpfer fügte noch eine wichtige Information für private Haushalte hinzu: „Ob der Atomstrom billig wird, hängt dann davon ab, ob der Betreiber diesen Vorteil an die Verbraucher weitergibt oder nur seine Gewinne steigern will…“. Das Bundesumweltministerium schreibt auf seiner Website, zu dem Punkt, warum keine neuen Atomanlagen gebaut werden sollen: „Strom aus neuen Atomkraftwerken ist teuer und unrentabel – das lohnt sich nur noch, wenn sehr hohe staatliche Subventionen fließen.“
Warum wollen dann Energiekonzerne und Politik um jeden Preis Atomenergie? Naheliegend scheint folgendes zu sein: Unverzichtbar für die Kernspaltung ist Uran. Wie lange die weltweiten Uran-Vorräte noch reichen, kann man nicht genau sagen. Dem Bundesumweltministerium zufolge reichen sie „nur noch“ 30 bis 40 Jahre. Also sind es noch viele viele Jahre voller Profit, im Schlimmsten Fall auf Kosten der Sicherheit und Menschheit. Mal ehrlich, so groß ist ja die Gefahr ja nicht, oder?

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