Zeichentrickfilme – Weniger ist mehr!

 

Es ist nicht lange her, dass der Karneval vorbei ist. Wenn man sich die Kostüme in diesen Tagen oder auch bei Kindergeburtstagen noch einmal in Erinnerung ruft, wird man feststellen, dass sogar Kinder ein ganz klares Schubladen-Denken haben. Mädchen werden fast immer Prinzessinnen oder Feen und Jungs sind irgendwelche Superhelden bzw. Roboter. Es gibt kaum Kinder, die geschlechtsneutral angezogen sind. Wo dieses Denken selbst bei den Kindern herkommt, kann man sehr gut erkennen, wenn man sich Kinderzeichentrickfilme anschaut. Es gibt kaum einen Kinderfilm, der nicht mit superhübschen und megabegabten Prinzessinnen oder auch ultramagischen und hyperkräftigen Superhelden besetzt ist. Es wird den Kindern ein Rollenbild vermittelt, das zeigt, dass Mädchen hübsch und zärtlich sein müssen und auf den Prinzen warten müssen. Keine Prinzessin schafft es mal selbst im Leben irgendwohin, sondern soll immer von ihrem Prinzen befreit werden. Dafür gibt es genügend Beispiele wie Dornröschen, die 100 Jahre drauf wartet, wach geküsst zu werden. Oder Aschenputtel, die ihren Aufstieg darin sieht, den Schuh anprobieren zu dürfen. Oder noch besser Schneewittchen, die von einer Frau, denn Frauen sind immer Konkurrenten, in den ewigen Schlaf gelegt wird und wieder einmal von einem Mann befreit wird. Nie haben diese Prinzessinnen irgendwelchen Freundinnen, sondern immer nur Konkurrentinnen, wie die Stiefschwester, -Mutter oder auch die böse Hexe. Welches Mädchen hat nicht davon geträumt, eine Prinzessin zu werden?

Ein weiterer Nachteil von Zeichentrickfilmen ist, dass Kinder aggressiv werden. Das belegte eine amerikanische Studie, die mit zwei- bis fünfjährigen Jungen eine Untersuchung durchführte. In der Studie heißt es, dass Zeichentrickfilme vortäuschen, dass man Gewalteinwirkungen unbeschadet übersteht und dass Gefahren auch etwas Männliches haben. Wäre Supermann so beliebt, wenn er nicht ständig zwischen Leben und Tod stehen würde? „Die meisten Eltern halten Zeichentrickfilme für harmlos, da sie witzig sind und sowieso mit der Wirklichkeit nichts zu tun haben“, so einer der Forscher der Studie vom Kinderkrankenhaus in Seattle. Und genau hier ist das eigentliche Problem. Zeichentrickfilme haben mit der Realität nichts zu tun und sorgen dafür, dass Kinder immer mehr ein unsoziales Verhalten an den Tag legen. Die Gefahr der Gewalt ließe sich besonders bei kleinen Jungen beobachten.

Es gibt natürlich auch Filme, die für Kinder wichtig sein können. Die Aufgabe bekommen hierbei die Eltern, die sich damit vorher auseinandersetzen müssen, was das Kind gucken darf. Weil ein Film bunt und kindergerecht aussieht, muss er es nicht auch sein.
Cigdem Ronaesin

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