Reiches Deutschland – armes Volk

Silan Kücük

Deutschland – eines der reichsten Länder der Welt – hat ein gut ausgebautes Sozialversicherungssystem. Allerdings wachsen in Deutschland Kinder und Jugendliche unter verschiedenen Voraussetzungen auf. Etwa 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche leben in Deutschland sind einem Armutsrisiko ausgesetzt. Das bedeutet, dass diese in Haushalten leben, die weniger als 60 Prozent des mittleren gesellschaftlichen Einkommens verfügen.
Doch vor allem spiegeln sich die soziale Ungleichheit der Lebensbedingungen und Teilhabechancen auf die Gesundheit der heranwachsenden Generationen wider. Es wird beobachtet, dass Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien häufiger von Gesundheitsstörungen und Entwicklungsverzögerungen betroffen sind.
In Berlin wurde in den vergangenen Wochen die Untersuchung des Robert Koch Institutes bezüglich des Gesundheitszustandes von Kindern und Jugendlichen vorgestellt. Die Studie belegt, dass der Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen aus sozialschwachen Verhältnissen bei etwa elf Prozent “mittelmäßig bis sehr schlecht“ liegt. Im Gegensatz dazu liegt der Prozentanteil der Gleichaltrigen aus der mittleren und hohen Statusgruppe bei sechs bis drei Prozent. Die Rückschlüsse der Studie seien, dass die Heranwachsenden aus sozial benachteiligten Familien seltener Früherkennungsprogramme und Kontrolluntersuchungen nutzen.
Zur Grundlage für die Zahlen dient die Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) des Robert Koch Institutes. Zwischen 2009 und 2012 wurde für die KiGGS über 12 000 Mädchen und Jungen im Alter von bis zu 17 Jahren untersucht.
Bei der Einteilung der drei Statusgruppen (wie niedrig, mittel, hoch) floss neben dem Bildungsniveau und der beruflichen Stellung der Eltern außerdem das Haushaltseinkommen, das an der Familiengröße gemessen wurde, mit ein. Bei der Untersuchung gehörten fast 60 Prozent der mittleren und jeweils etwa 20 Prozent der niedrigen und der hohen Gruppe. Thomas Lampert vom Robert Koch Institut wies über die Wichtigkeit der Gesundheitsaufklärung in der Schule sowie Vorsorgeuntersuchungen hin und führte fort: „Wie wir leben, hängt bislang davon ab, in welche Verhältnisse wir hineingeboren werden.“

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