Rassistisch, neoliberal und erzkonservativ

Nun hat die AfD nach mehreren Wahlerfolgen ohne offene und klare Positionen sich ein Programm gegeben. Sie bekennt sich nun zu ihrer Farbe, die bisher oft abgestritten wurde und diese ist offen rassistisch, sozialdarwinistisch, neoliberal und erzkonservativ. Ähnliche Parteien gibt es zur Zeit in vielen europäischen Ländern. Die AfD benennt viele gesellschaftliche Probleme, ohne diese wirklich zu benennen, erklärt viele Sündenböcke ohne auch den geringsten Ansatz einer wirklich realistischen Lösung und betreibt eine Polarisierung auf Stammtischniveau. Oder denkt jemand wirklich, dass ein Burka- oder Minarettverbot sozialen Abstieg beseitigen, die Euro-Krise überwinden, den Mietspiegel senken oder gerechte Renten gewährleisten wird? Soziale Probleme und gesellschaftliche Ungleichheit zu ethnisieren und zu kulturalisieren trägt keineswegs dazu bei, nachhaltige Lösungen zu finden. Verallgemeinerungen und Vorurteile gegenüber bestimmten gesellschaftlichen Gruppen beleuchten lediglich einen geringen Teil der wahren gesellschaftlichen Probleme und ihre Ursachen für Missstände in der Gesellschaft. Auch die „Flügelkämpfe“ in der AfD ändern nichts an ihrer Kernausrichtung. Der Spruch „Wolf in Schafspelz“ mag abgedroschen klingen, bei dieser Partei jedoch trifft er voll zu. Sie ist verschlagen, wenn die Prominenten dieser Partei in den Talkshows sich immer wieder als „Opfer“ darstellen und sich gezwungen fühlen „die Contenance“ zu wahren, nach einer Weile aber ausrasten und die anderen Teilnehmer persönlich angreifen. Die öffentlichen Auftritte der AfD`ler, bei denen es oft heftig zugeht und gegen alle, die, die AfD kritisieren oder Geflüchtete gehetzt wird, werden in solchen Talkshows ganz kühl als Meinungsäußerung betitelt.

In einem Punkt mag die AfD jedoch recht haben: So kann es nicht mehr weitergehen. Aber ihre „Alternative“ ist nicht nur der ganz falsche Weg, sondern genau das, was das von ihr zumindest in Worten „kritisierte“ System zur Zeit braucht, um von seiner eigenen Krisen abzulenken. Die AfD vergreift an den Unteren und Besitzlosen und übernimmt offen die ihr zugeteilte Aufgabe des Systembeschützers. Das „Volk“ bzw. die Völker sollen sich untereinander bekriegen, damit die Eliten getreu dem Motto „Teile und Herrsche“ weiter ihren unerschöpflichen Luxus genießen können! Für die politische Linke bietet sich daher an, ihre Positionen schnellstmöglich näher „an den Mann/Frau“ zu bringen, statt nur auf die AfD-Blockade-Strategie zu setzen.