Ich habe einen Groll !

Ich bin seit über 10 Jahren als Reinigungskraft im Johanniter Krankenhaus Rheinhausen beschäftigt.

Anfangs waren die Arbeitsverhältnisse ertragbar.

Als die Probleme immer mehr wurden, haben wir 2008 mit der Hoffnung auf Besserung einen Betriebsrat gegründet.

2010 wurde erneut gewählt und der damalige Betriebsrat hat sich sehr für uns eingesetzt.

Durch die Gründung des Betriebsrates haben sich die Arbeitsbedingungen deutlich verbessert.

2011 wurde die Belegschaft über einen Betriebsübergang von ProCuratio zur Cebona informiert.

Die Cebona hat den Auftrag bekommen weil sie günstiger sind als ProCuratio und wie kann man günstiger sein als ein anderer Gesellschafter? Natürlich nur auf Kosten der Mitarbeiter.

Über die positive Aktivitäten des Betriebsrats erschien, etwa drei Jahre zuvor wurde ein Artikel in der Yeni Hayat.

Bei den Wahlen 2014 wurde der Kern des BR, der sich für uns so eingesetzt hat, erneut gewählt.

Der Betriebsrat hat sich vor allem für humane Arbeitsbedingungen eingesetzt ohne, dass darunter die Hygiene zu leiden hat.

Wir haben unter der Leitung der Cebona so oft Objektleiter kommen und gehen gesehen, die alle ein Ziel hatten; nicht etwa ein sauberes, steriles Krankenhaus, sondern die Kürzung von Arbeitszeiten. Nun versucht man einen Spalt zwischen uns und dem Betriebsrat, als auch zwischen den Mitarbeitern zu bilden.

Im Mai diesen Jahres sind etwa 30 von ehemals 140 Mitarbeitern auf die Cebona übergegangen. Dieses sorgte bei vielen Mitarbeitern für Verwirrung, da wir als auch das Krankenhaus immer davon ausgingen, Mitarbeiter der Cebona zu sein.

Es scheint, als sei das nicht der erste Schritt in diese Richtung gewesen, denn bereits letztes Jahr im Juni hat man uns die Flurreinigung weggenommen.

Seit dem Betriebsübergang sind die Arbeitsbedingungen miserabel

Ein Arbeitsrevier, das früher in 3 Stunden 15 Minuten gereinigt wurde, soll jetzt in 1.5 Stunden gereinigt werden. Ein Revier, dass 3.5Stunden hatte, hat nun 2.15 Stunden.

Es ist unmöglich in dieser Zeit sauber zu arbeiten aber das sollen wir auch nicht.

Wir sollen „Mit dem Auge“ arbeiten um Zeit zu sparen.

Früher hätten wir uns geweigert halbherzig zu arbeiten, da man sich mit seiner Arbeit identifiziert und mit bestem Wissen und Gewissen arbeitet aber jetzt trauen sich viele nicht den Mund aufzumachen.

Es wurde allen Anschein nach vor dem Betriebsübergang der Reinigung ein Betriebsrat gegründet. Dieser arbeitet offensichtlich sehr eng mit dem Arbeitgeber zusammen, gegen die Mitarbeiter, so dass wir nicht einmal eine Anlaufstelle im Betrieb haben, wenn wir mal Probleme haben.

Einige Mitarbeiter kommen täglich früher als Dienstbeginn und arbeiten diese Zeit umsonst, nur um den Arbeitsplatz in der gegebenen Zeit sauber zu halten.

Wir werden hier auch oft kontrolliert, schon am ersten Tag kam eine externe Vorarbeiterin, die zu Zeiten der JRD durch den Betriebsrat vom Betrieb entfernt wurde, weil Sie die Mitarbeiter schikanierte.

Ich möchte nicht jeden Morgen mit einem Angstgefühl aufwachen und raten, mit welchen Problemen ich heute konfrontiert werde.

Ich möchte unbesorgt schlafen und mit einem guten Gefühl aufwachen, wieder gerne zur Arbeit gehen.

Trotz der aktuellen Geschehnisse werde ich und meine Kollegen zusammenhalten und uns nicht unterkriegen lassen.

Hygiene ist wichtig und Sauberkeit braucht seine Zeit.

Ich hoffe mit diesem Schreiben auch andere Reinigungskräfte angesprochen zu haben; lasst euch nicht unterkriegen. Vereint euch, denn nur gemeinsam sind wir stark!