Der Albtraum beginnt wieder

Tugba Bakirci

Seit einigen Monaten schaffen es Themen rund um die Bildungseinrichtung Schule wieder in die Schlagzeilen verschiedener Zeitungen. Die Gewerkschaften schlagen Alarm und fordern die Politik zum Handeln auf. Putz, der von den Decken fällt, marode Turnhallen oder Klassenräume, die aufgrund von unzureichenden Sicherheitsmaßnahmen geschlossen werden müssen, sind längst keine Seltenheit mehr an deutschen Schulen. Die Toiletten und das Essen in den Kantinen sind längst nur noch eine Zumutung für alle. Lehrkräftemangel und eine ungerechte Bezahlung sind auch Beispiele für den „Bildungsnotstand“.

Wenn’s nicht mehr geht, wird geklagt!

Statt zu investieren und diese fest anzustellen, versuchen die Bundesländer Millionen von Euros zu sparen, in dem sie das Angestelltenverhältnis von Vertretungslehrkräften zu Beginn der Sommerferien zu beenden. Bundesweit fehlen Tausende von Lehrkräften an diversen Schulen, die die vorhandenen oft zu Improvisation zwingt. Besonders betroffen sind davon die Grundschulen, aber dort ist der Druck auf die Politik auch am größten. Anfang des Jahres klagte die Gewerkschaft GEW im Namen zweier Mitglieder gegen das Land. Die Lehrkräfte arbeiteten durchschnittlich 50 Stunden pro Woche und dies zum größten Teil unbezahlt. Statt Abhilfe durch neue Lehrkräfte zu schaffen, ziehen die Bundesländer ihre Sklavenarbeit durch.

Geld in die Bildung, damit man auch im trockenen sitzt

48 Milliarden Euro fehlt es bundesweit den Schulen an Geld. Doch die Ansprüche dahinter sind nicht einmal eine Modernisierung der Hilfsmittel an den Schulen, die auch schon längst fällig wären. Nein, das Geld braucht man für eine Sanierung der heruntergekommenen Schulen im Lande. Schimmelnde Klassenräume, defekte Heizungen und kaputte Fenster und unnutzbare Toiletten sind kein Albtraum für die meisten, sondern schon bittere Realität.

Auch zu große Klassenverbände sind nach wie vor ein Problem, welches zum Nachteil sowohl der Lehrkräfte ist, als auch für die Schülerinnen und Schüler. Der Lehrerberuf muss von seitens der Politik wieder attraktiver gemacht werden. Dazu gehört auch eine bessere und gerechtere Bezahlung sowie bessere Arbeitsbedingungen für die Lehrkräfte. Aber auch müssen mehr Studien- und Referendariatsplätze geschaffen werden. Die Politik muss dringend das benötigte Geld für die Schulen und in die Bildung investieren, denn mit dem jetzigen Zustand wird es nicht mehr lange gut gehen, da in den nächsten Jahren auch geburtenstarke Jahrgänge kommen werden.