Betriebsschließung des Griesson – de Beukelaer Werk in Kempen

Mahir Sahin

270 Beschäftigte des Keksherstellers sollen ihren Arbeitsplatz verlieren. Die Geschäftsleitung hat entschieden, die Doppelkeks-Produktion (bis Ende 2020) aus Kempen nach Thüringen zu verlagern. Im Unternehmen arbeiten insgesamt 2100 Beschäftigte, im letzten Jahr soll das Unternehmen 500 Millionen Euro erwirtschaftet haben. Die Geschäftsleitung erklärte, dass in das Thüringer Werk rund 100 Millionen Euro investiert werden sollen und den Beschäftigten aus Kempen möchte man eine Weiterbeschäftigung im 450 Kilometer entfernten Standort Kahla in Thüringen anbieten.

Kempener empört!

Das Werk in Kempen existiert schon seit 1955. Gerade deshalb ist die Empörung über die Betriebsschließung in Kempen sehr groß. Die beiden großen Parteien SPD und CDU haben die Geschäftsführung angeschrieben und der Bürgermeister zeigte solidarisch mit den Beschäftigten.

Wenn die Geschäftsleitung an einem Ausbau des Kempener Standorts tatsächlich interessiert gewesen wäre, hätten wir in einem offenen Dialog sicherlich gemeinsam Lösungen dafür gefunden“, sagte Bürgermeister Volker Rübo. Ein Ausbau sei durchaus möglich gewesen, auch über den Bau eines Hochregallagers, das nun in Kahla errichtet werde, hätte man reden können.

NGG: Der Keks bleibt hier, Solidarität mit den Beschäftigten in Kempen!

In einer Pressemitteilung der zuständigen Gewerkschaft NGG heißt es wie folgt: „Der Landesbezirksvorstand der Gewerkschaft NGG NRW nimmt die Pläne von Griesson – de Beukelaer, die Produktion der Prinzenrolle aus Kempen zu verlagern und den Betrieb zu schließen, mit Entsetzen zur Kenntnis. Unsere ganze Solidarität und Unterstützung gilt den rund 270 Beschäftigten, die jetzt um ihre Zukunft bangen. Ihr seid nicht allein! Die Schließung würde die Region rund um Kempen sehr hart treffen. Die Menschen identifizieren sich mit dem Kultkeks, die Beschäftigten sind mit ihren Familien regional verwurzelt und arbeiten zum Teil über Jahrzehnte für das Unternehmen.
Die geplante Maßnahme ruft auch deshalb unsere Gegenwehr hervor, weil das Werk geschlossen werden soll, obwohl es offenbar schwarze Zahlen schreibt. Damit reiht sich Griesson – de Beukelaer in die Liste jener Unternehmen ein, die ihre Rendite vor den Menschen stellen.“
Der Landesbezirksvorstand der NGG NRW fordert Griesson – de Beukelaer auf, die Umsetzung der Pläne zu stoppen, eine Perspektive für den Standort Kempen zu entwickeln und alle Arbeitsplätze in Kempen zu sichern! Auch bei Griesson – de Beukelaer muss gelten: Mensch vor Marge!

Zur Solidarität gibt es auch schon eine Unterschriftenaktion und es soll auch zu weiteren Aktion gegen die Schließung des Werkes kommen. Die Beschäftigten werden sich gegen die Arbeitsplatzvernichtung weiterhin wehren, so die NGG.