Hände weg von Venezuela!

Wer die Ereignisse in Venezuela aufmerksam verfolgt, erkennt sofort, dass es sich dabei um einen internationalen Putschversuch handelt, dessen Hintermänner eindeutig in den USA sitzen. Auf einer Großdemo in Caracas ernennt sich Guaido zum „Übergangspräsidenten“ gegen den amtierenden Präsidenten Maduro und keine halbe Stunde später wird er von Trump und kurz darauf von weiteren Verbündeten als der rechtmäßige Präsident anerkannt. Nach und nach schließen sich auch EU-Staaten diesem Putsch an und erklären ihre Unterstützung für Guaido. Maduros bzw. Venezuelas Auslandskonten werden eingefroren und auf Guaido übertragen, Teile des venezolanischen Militärs sollen auf die Seite der Putschisten gezogen werden, was einem Bürgerkrieg entspräche. Der vorgeschobene Vorwand, wie immer Demokratie! Die EU-Chefs setzen Maduro eine Frist von 8 Tagen, „freie Wahlen“ anzusetzen, was beim besten Willen sogar in Deutschland eher unrealistisch umzusetzen wäre. Es geht anscheinend gar nicht erst um Neuwahlen, sonst würden die Bedingungen anders lauten!

Dass auf der anderen Seite Russland, China, die Türkei und andere Mächte sich mit Maduro solidarisieren, hilft ein wenig, der US-Aggression die Grenzen aufzuzeigen. Aber auch diese Politik  darf keineswegs als „friedliche Hilfe“ angesehen werden, sondern ist ebenfalls nichts als imperialistische Konkurrenz für eigene Interessen. China und Russland lassen ihre Projekte und Kredite mit Öl bezahlen und fürchten nun Milliardenschwere Verluste, wenn ein Regimechange stattfinden würde.

Wie immer geht es allen Beteiligten nur um den Zugriff auf die gewaltigen Ölreserven des von Krisen und Korruption gebeutelten Landes. Venezuela hat die größten nachgewiesenen Erdölreserven der Welt und befindet sich nicht annähernd in der Nähe der arabischen Welt.
Washington will verhindern, dass die Konkurrenten in „seinem Einflussbereich“ Fuß fassen. Daher droht in Venezuela eine rücksichtslose, im schlimmsten Fall kriegerische Auseinandersetzung auf Kosten des Volkes von Venezuela!
Es ist wieder unglaublich, was für eine Doppelmoral die westlichen Regierungen vorlegen. Man unterstützt einen Putschversuch in einem souveränen Staat. Und auffällig ist lediglich, dass dieses Land riesige Ölreserven hat. Ist es nicht interessant, dass gerade in die Länder interveniert wird, die reich an Rohstoffen sind? Es ist nichts Außergewöhnliches, dass manche Staaten die Welt als ihr Hinterhöfchen sehen und so handeln, als ob es das Selbstverständlichste wäre. Ihre Interessen sollen von allen anerkannt, widerspruchslos übernommen und sich angeeignet werden. Aktuell sehen wir in Venezuela genau diesen Fall.