WMF-Arbeiter kämpfen für ihre Zukunft

Es wäre nicht falsch, wenn wir behaupten, dass die WMF-Arbeiterinnen und Arbeiter in Geislingen bereits seit 5 Jahren gegen den Abbau von Arbeitsplätzen kämpfen. WMF plant die Kochtopfproduktion (die WMF erst weltweit bekannt gemacht hat), nach Frankreich in Werke der SEB Group zu verlegen. Diese Firma hatte WMF aufgekauft. Durch die Verlagerung sollen in Geislingen bis zu 250 Arbeitsplätze wegfallen. Viel bleibt danach nicht mehr, außer die Sparte Kaffeeautomaten. Die Befürchtung vieler Kolleginnen und Kollegen ist, dass dieser Stellenabbau der Anfang vom Ende ist. Und ganz unbegründet ist nicht. Schon vor fünf Jahren (2014) hatte der US-Investor KKR (Kohlberg Kravis Roberts & CO) WMF gekauft und wollte 700 Arbeitsplätze abbauen. Angesichts massiven Widerstandes musste KKR seine Pläne beerdigen und verkaufte später an die französische SEB. SEB will nun das durchboxen, was KKR angesichts des Widerstandes der Kollegen nicht geschafft hat. Die „Konjunkturflaute“ soll auf dem Rücken der Beschäftigten überwunden werden. In der gesamten Region Göppingen stehen die Zeichen für Beschäftigte nicht gut. Mehrere Betriebe haben schon Abbau von Arbeitsplätzen angekündigt. Deswegen findet seit Wochen jeden Montag um fünf vor zwölf auf dem Gelände des WMF in Geislingen eine Protestaktion statt. Die „Mondays for Jobs“, die mit wenigen Teilnehmern begannen, haben wegen der beharrlichen und kämpferischen Arbeit der Kollegen dazu geführt, dass in der letzten Aktion mehr als 200 Beschäftigte daran teilgenommen haben. Die Unruhe und Angst unter den Beschäftigten ist spürbar. Diese Angst verleitet einzelne Kollegen auch dazu, nach individuellen Wegen zu suchen. Das ist vor allem bei vielen Angestellten zu spüren, die zwar wissen, was da auf sie zukommt, aber immer noch hoffen, dass sie durch individuelles Wohlverhalten ihren Arbeitsplatz „retten“ können. Selbst wenn sie sich persönlich retten könnten, wären sie danach einsamer und schwächer. Die kämpferischen Kollegen aus der Produktion würden ihnen mit ihrer Kraft fehlen. Und das Unternehmen würden den Druck nach einem Erfolg beim Arbeitsplatzabbau sicher weiter erhöhen. Sparen und mehr Profit machen, das will das Kapital immer! Der aktive und bewusst agierende Betriebsrat arbeitet deshalb unter allen Kollegen – auch den Angestellten – mit langem Atem, um sie zu überzeugen, sich dem Kampf anzuschließen. Die Aktionen sollen weitergeführt werden, auch wenn es noch ein Jahr dauere, so der Betriebsrat. Und die Entschiedenheit spürt man in der ganzen Region: Am 18. September sind zwei große Kundgebungen geplant, an der sich auch viele andere Firmen beteiligen werden, die ebenfalls von Arbeitsplatzabbau betroffen sind: Die Firmen Schuler, Südrad/Accuride, Aqua Römer, SAM/Fysam nehmen sich ein Vorbild an den Kollegen bei WMF und wollen zusammen kämpfen. Unsere Solidarität ist bei ihnen!