DIDF- Jugend bereitet sich auf ihre 12. Bundeskonferenz vor

„Soziale Kämpfe müssen endlich wieder stark werden. Mit  unserer Kampagne „Solidarität simdi“ können wir gemeinsam gegen Rassismus und Sozialabbau kämpfen.“

Die 12. Bundeskonferenz der DIDF-Jugend findet vom 27.-29. März 2020 in Frankfurt am Main statt. Mehr als 80 Jugendliche aus ganz Deutschland werden an dem Wochenende erwartet. Die Delegierten werden die politischen und kulturellen Aktivitäten der DIDF-Jugend der letzten zwei Jahre bewerten und einen neuen Bundesvorstand wählen, den sie mit neuen Aufträgen für die kommenden zwei Jahre entsenden. Dirim Su Derventli ist geschäftsführendes Mitglied im Bundesvorstand der DIDF-Jugend und hat uns mehr Details zur Vorbereitung auf die Konferenz erzählt.

Kannst du uns von euren Vorbereitungen erzählen?

In unseren Ortstrukturen laufen zurzeit die letzten Jugendkonferenzen. Dort werden unter anderem die Delegierten für unsere Bundeskonferenz Ende März gewählt. Außerdem haben wir in der finalen Planung für die Bundeskonferenz bereits den politischen Bericht des aktuellen Vorstandes versandt und erarbeiten gerade ein Handbuch für alle Delegierten, die zum ersten Mal an einer Bundeskonferenz teilnehmen. Und nicht zu vergessen ist unser Merchandise: Wir haben bereits einige Sticker und Postkarten mit dem Logo unserer aktuellen Kampagne gedruckt, die wir auf der Konferenz verteilen möchten.

Worauf achtet ihr in der finalen Phase denn besonders?

Die Bundeskonferenz ist das höchste Gremium der DIDF-Jugend. Wir möchten also sicherstellen, dass alle Delegierten auf dem gleichen Stand sind, wenn die Konferenz losgeht und alle zu jedem Thema mitdiskutieren können. Als Bundesvorstand müssen wir natürlich darauf achten, dass nicht jeder Jugendliche auf Anhieb sich auf einer Konferenz zurechtfindet und dennoch unserem höchsten Gremium gerecht werden. Deshalb achten wir darauf, dass wir einfache Dinge wie Beschlüsse und Planungen für die Zukunft nicht unnötig verkomplizieren. Das wichtigste ist, dass wir unsere Delegierten dazu ermutigen möchten, ihre Ideen und Vorstellungen mit einzubringen.

Du hast eben von eurer Kampagne gesprochen. Kannst du uns diese näher vorstellen?

Wir haben in den letzten Jahren einen heftigen Rechtsruck beobachten können. Ob in den Landesparlamenten, in der Bundesregierung oder in anderen europäischen Ländern – überall nehmen rechte Parteien immer größeren Einfluss. Aber auch innerhalb der Zivilgesellschaft werden rechte Gedanken und Äußerungen salonfähig gemacht. Deshalb erleben wir auch nicht den gesamtgesellschaftlichen Aufschrei, den wir erwartet haben, als das NSU-Urteil verkündet wurde oder während immer mehr Fakten über Stephan E., dem Mörder von Walter Lübcke, an die Öffentlichkeit kamen. Und doch dürfen wir dabei nicht außer Acht lassen, dass das alles kein zufälliges Phänomen ist, sondern es steht im Zusammenhang mit der sozialen Frage. Deswegen haben wir als DIDF-Jugend die Kampagne  „Solidarität simdi“ gestartet. Die Zeit bis zur unserer Bundeskonferenz im März möchten wir dafür nutzen, um eine Kampagne zu fahren, die das Rassismusproblem in Verbindung mit der sozialen Lage der Gesellschaft stellen und diese als Ursache benennen. Je mehr die Schere zwischen Arm und Reich auseinander geht, je mehr Spaltung verursacht wird, desto mehr verstärkt sich das Potential der Polarisierung. Soziale Kämpfe müssen endlich wieder stark werden. Mit „Solidarität simdi“ können wir gemeinsam gegen Rassismus und Sozialabbau kämpfen. Wir können unsere Gemeinsamkeiten in den Vordergrund stellen und in den Stadtteilen, in den Schulen, in den Betrieben und an den Unis, Solidarität im gemeinsamen Kampf leben lassen.

Wie bewertest du die weitere politische Lage und wie wird sich das auf eure Konferenz auswirken?

Auf unserer Konferenz werden wir ausführlich über die politische Situation in Deutschland sprechen und bewerten. Seit über einem Jahr demonstrieren Jugendliche für eine soziale Klimawende und tragen ihre Forderungen konsequent auf die Straßen. Wir konnten außerdem die Unzufriedenheit der Bevölkerung nach der Wahl des Ministerpräsidenten in Thüringen beobachten, die mit ihrem Protest den Rücktritt von Thomas Kemmerich erreichen konnten. Dies sind nur zwei der vielen bundesweiten Bewegungen, die gestärkt werden müssen und an die wir uns anschließen müssen. Gleichzeitig müssen wir internationale Situation bewerten: Die zunehmende Kriegsgefahr wird immer konkreter. Nicht zuletzt wird das umfassende Übungsmanöver „Defender 2020“ Europa in einen Kriegsübungsplatz verwandeln. Diese und andere Inhalte bestimmen unser politisches Handeln und deswegen gilt es allen voran eine ausführliche Bewertung auszuüben, um die Interessen der Jugendlichen vertreten zu können.

Ihr seid als DIDF-Jugend an euren Erwachsenenverband DIDF gegliedert. Welche Erwartungen habt ihr an die Föderation demokratischer Arbeitervereine?

Die DIDF wird Ende Februar ihren Bundeskongress haben. An erster Stelle möchten wir auch dort die Inhalte der Jugend unseren Kolleginnen und Kollegen näherbringen. Wir sehen die Möglichkeit mit ihnen gemeinsam über die Probleme und Sorgen der Menschen zu sprechen, die uns alle betreffen, ob alt oder jung und Seite an Seite zukünftige Aktionen und Veranstaltungen zu planen. In dem Zusammenhang möchte ich unser diesjähriges Sommercamp in Berlin-Heiligensee erwähnen. Etwa 400 Jugendliche, unter anderem aus Teilen Europas, aber auch aus ferneren Ländern wie Nordafrika, Südamerika und Südasien kommen zusammen, um zehn Tage nach ihren Vorstellungen gemeinsam zu gestalten. Hier bietet sich die Gelegenheit, gemeinsam mit der DIDF die Planung anzugehen: nicht nur, um logistische Dinge zu klären, sondern um einen qualitativen, politischen Austausch zwischen den Jugendlichen zu ermöglichen. Wir werden die Möglichkeit haben, mit Vertretern von verschiedenen Bewegungen über die Situationen in ihren Ländern zu sprechen und zu bewerten. Natürlich gibt es unzählige Punkte aus dem Arbeitsleben, was Rassismus betrifft oder andere soziale Missstände, über die wir mit unserem Erwachsenenverband auf unserer Konferenz sprechen werden.

Danke für diesen ausführlichen Einblick in eure Vorbereitungsphase. Wir wünschen euch eine erfolgreiche Konferenz mit regen Diskussionen und guten Ergebnissen für die Zukunft!