Saisonarbeiter aus Osteuropa zu Hungerlöhnen nach Deutschland

250 Feldarbeiter eines Bornheimer Spargelbetriebs bei Bonn demonstrierten für bessere Löhne und legten die Arbeit nieder. Die Feldarbeiter, die größtenteils aus Rumänien stammen, bekommen teilweise zwischen 200 und 300 Euro für einen Monat Arbeit.

Weil die Proteste lautstark und unkontrolliert gewesen sein sollen, hat der Betreiber die Polizei gerufen.„Wir waren mit rund 20 Kolleginnen und Kollegen vor Ort und haben die Lage beruhigt“, sagte ein Sprecher der Bonner Polizei, „wirklich eingreifen mussten wir aber nicht. Es kam nicht zu Ausschreitungen oder Straftaten.“ Die Arbeiter kündigten an, dass die Proteste auch fortgesetzt werden sollen.

Auch in anderen Städten Deutschlands kam es zu Protesten von Spargelstechern. Die Branche schätzt den Umsatzeinbruch auch aufgrund der Corona-Pandemie auf 30 Prozent.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat sich indes dafür ausgesprochen, die Einreise von Saisonarbeitern für die Landwirtschaft weiter zu ermöglichen. Auch Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) betonte, sie halte es nach wie vor für nötig, dieses Fachpersonal unter Corona-Schutzauflagen in Deutschland zu haben. Die Bundesregierung hatte Anfang April wegen drohender Engpässe in der Landwirtschaft trotz strenger Grenzregelungen die Einreise von insgesamt bis zu 80.000 Saisonkräften im April und Mai erlaubt. Allerdings wird Klöckner zufolge das Kontingent wohl nicht ausgeschöpft.