Corona-Zustände bei DPD Duisburg

Während welt- und bundesweit schon seit März das Arbeitsleben zum Teil oder komplett stillstand,war es beim Paketdienst DPD Duisburg genau umgekehrt.

Vor Corona betrug ein Arbeitstag 8 Stunden, seit Corona 11 bis 12. Als in aller Welt von besonderen Hygienemaßnahmen die Rede war, schienen diese bei DPD nicht angekommen zu sein. Besser gesagt, sie wurden einfach ignoriert. So teilten sich die Kollegen im Lager und Umschlaghallen die sanitären Einrichtungen mit den LKW-Fahrern aus dem Inland wie auch aus dem Ausland. Die WC-Einrichtung wurden nur 2 mal täglich gereinigt. Gleichzeitig blieben die Duschkabinen ganz außer Betrieb. So blieb das Risiko einer Infektion ständig sehr hoch. Obwohl der Betriebsrat (BR) informiert war, blieb er untätig. Ein alternatives Schichtmodell wurde niemals eine Option.

Die Mutter eines Kollegen erkrankte an Covid-19. Dieser Kollege blieb nach dieser Meldung lediglich 3-4 Tage in Quarantäne. Am 2. Juni wurden er und seine Kollegen in der Fahrgemeinschaft alle „positiv“ getestet.

Der besagte Kollege arbeitet immer noch ununterbrochen weiter. Nach Informationen, die wir erhielten, hatte das BR-Mitglied und Umschlagleiter A.Y. starken Druck auf den Kollegen zur Fortsetzung der Arbeit ausgeübt. Mittlerweile sind 44 Kollegen positiv getestet worden und befinden sich in häuslicher Quarantäne.

Trotz aller Alarmzeichen wurden immer noch keine besonderen Hygiene-Maßnahmen getroffen. Der BR und der BR-Vorsitzende und das Gesundheitsamt blieben untätig.

Aus Furcht vor Entlassung arbeiten wir einfach weiter. Dass es auch anders geht, sieht man bei den Angestellten. 80 Mitarbeiter konnten im Home-Office ihre Arbeit fortsetzen. Der Vorsitzende des Betriebsrates ist gleichzeitig der Umschlagsleiter. Die anderen sind Schichtleiter/Vorarbeiter und Angestellte im Büro.

Deswegen geht die Situation der Kollegen in der Be- und Entladung diesen Leuten am Hintern vorbei. Sie denken nur an den Profit des Arbeitgebers und nicht an uns.

Natürlich könnte man sagen, dass wir selbst schuld sind, da wir diese Leute ja schließlich selbst gewählt haben. Aber was lernen wir daraus? Wir können und müssen bei den nächsten Wahlen Kollegen aus unseren eigenen Reihen wählen.

Schlimm nur, dass wir alle bei Verdi organisiert sind und dennoch von dieser Seite nichts Gutes zu berichten haben. Sie fanden bis jetzt nicht den Weg zu uns in die Umschlaghallen, obwohl die Presse über den elendigen Zustand der Blaumänner bei DPD Duisburg berichtete.

Wir hoffen, dass unsere Gewerkschaft Verdi endlich auf uns aufmerksam wird und unsere massiven Probleme in Zeiten der Corona gelöst werden.

*Ein Kollege und Verdi-Mitglied bei DPD Duisburg, der anonym bleiben möchte