Anschlag auf DIDF-Vereinslokal in Hannover

Hayri Akpolat

„Linden ist unsere zweite Heimat“, verkündeten viele Vereinsmitglieder der DIDF-Hannover am Samstag, den 6. Januar 2020, während der Eröffnungsfeier ihres Vereinsbüros in Hannover-Linden, in dem sich auch das Parteibüro des Bundestagsabgeordneten der Fraktion DIE LINKE – Diether Dehm – befindet.

Bereits zwei Tage nach der Eröffnung, in der Nacht von Sonntag auf Montag, gab es einen feigen Anschlag auf die Vereinsräume. Hierbei wurde die Fensterscheibe mit einem Stein eingeschlagen. Diether Dehm ließ nach dem Vorfall der Presse sowie auf seiner Homepage verkünden, dass er seit längerer Zeit immer wieder von einem anonymen Anrufer mit rechtem Geschwätz belästigt wird. Laut Dehm kam es zu Drohungen und Aussagen wie „Scheiß rote Türken. Eure Kristallnacht hat angefangen!“. Auch wenn die polizeilichen Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind, wird gerne darüber spekuliert, ob „rechte Türken“ oder sogar die linke Antifa mit diesem Vorfall etwas zu tun haben könnten, da Diether Dehm in diesen Kreisen weniger beliebt ist.

Die Föderation der demokratischen Arbeitervereine (DIDF) erklärte, dass sie von einem rechten Angriff ausgehen und die Nationalität hierbei keine Rolle spielt. Dabei sei es nicht nur eine Drohung an die Vereinsmitglieder, sondern ein rechter Angriff auf die Demokratie und Meinungsfreiheit aller demokratisch-fortschrittlich denkenden Menschen. Schließlich werden die Vereinsräumlichkeiten neben politischen Aktivitäten auch für kulturellen Austausch für junge Menschen, für Werktätige, für Frauen und Kinder benutzt. Das Ziel des Vereins ist, kulturelle und politische Teilhabe sowie die Teilhabe am sozialen Leben für Menschen diverser Nationalitäten zu ermöglichen. Der Vorstand der DIDF-Hannover betonte zudem: „Wir werden die enge Zusammenarbeit mit allen demokratischen Kräften weiter ausbauen und gemeinsam gegen Rassismus und Ausbeutung vorgehen“.

Das Erstarken des Rechtspopulismus und insbesondere die hetzerische Beiträge der Medien gegen Migrant*innen, sorgten in den letzten Jahren für noch mehr Ängste, Hass und somit Spaltung innerhalb der Gesellschaft. Zudem verlief die allgemeine Berichterstattungen bei rechten Anschlägen in den letzten Jahren nur oberflächlich bzw. spekulativ. Immer waren es „rechte Einzeltäter“. Es ist wichtig, dass die fortschrittlichen Kräfte gemeinsam gegen die Relativierung von rechten Anschlägen ankämpfen. Wie gern die Medien auch über die Einzelfälle bei rechter Terror oder die Gleichstellung von Links- und Rechtsextremismus berichten mögen, gilt die Solidarität unabhängig der Religion und Ethnie für den Frieden und eine sichere Zukunft. „Wir sind es den Opfern der NSU, von Hanau, von Halle und den anderen Opfern der rechten Anschläge schuldig, nicht wegzuschauen und keinen Halt vor Rassismus zu machen.“ so die DIDF-Hannover.