Gedenken an die Opfer des NSU in Nürnberg

Alev Bahadir

Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) hat über viele Jahre hinweg 10 Menschen ermordet. In Nürnberg am 9. September 2000 den Blumenhändler Enver Şimşek, am 13. Juni 2001 den Schneider Abdurrahim Özüdoǧru und am 9. Juni 2005 den Dönerbudenbesitzer Ismail Yaşar. Außerdem deponierten sie am 23. Juni 1999 eine Bombe in einer Kneipe in der Nürnberger Südstadt. Bei der Explosion wurde der türkeistämmige Besitzer schwer verletzt. Im Gedenken an die Opfer der Gewalt des NSU und als Zeichen gegen Rassismus und Hass haben sich vor sechs Jahren damals über 30 Organisationen unter Initiation von DIDF und DIDF-Jugend Nürnberg zusammengeschlossen, um ein Straßenfest zu organisieren, bei dem die Gemeinsamkeiten im Vordergrund stehen. Dem Straßenfestbündnis gehören zum heutigen Tag fast 60 Organisationen an. Das 6. Straßenfest hätte dieses Jahr am 13. Juni stattfinden sollen, am Todestag von Abdurrahim Özüdoǧru. Auch wenn das aufgrund der COVID-19 Pandemie nicht möglich war, wurde das Gedenken einfach anders geplant.

So wurden in der 2. Juniwoche, am 9. und am 13. Juni mehrere Kundgebungen vom Straßenfestbündnis in Kooperation mit der Initiative Das Schweigen Durchbrechen organisiert. Am Abend des 9. Juni wurde Ismail Yaşars gedacht. Am Tatort legten die 150 Teilnehmer Blumen und Tafeln nieder. Am 13. Juni entschieden sich die Organisatoren sowohl am Tatort der Ermordung Abdurrahim Özüdoǧrus als auch am in der Nähe liegenden Aufseßplatz, auf dem jedes Jahr das Straßenfest stattfindet, Kundgebungen abzuhalten. Diese begann am Tatort mit einem Gedenken. Es folgten eine szenische Lesung und eine Erklärung vom Staatstheater Nürnberg. Sowie Reden von Das Schweigen Durchbrechen und dem Straßenfestbündnis. Eylem Gün, Vorstandsmitglied von DIDF Nürnberg und Vertreterin des Straßenfestbündnisses betonte in ihrer Rede: „Genau deshalb stehen wir heute alle hier. Weil wir die Opfer nicht vergessen haben und nie vergessen werden! Aber auch weil es um unsere Zukunft geht. Es geht um unser gemeinsames Leben, dass hier vergiftet wird. Unser gemeinsames Leben unabhängig davon, wer wir sind, woher wir kommen, welcher Konfession wir angehören oder nicht angehören oder welche sexuelle Orientierung wir haben. Wir wissen, dass wir gemeinsam stehen müssen, für eine solidarische Gesellschaft die eine klare Haltung zeigt gegen Neonazis. Gegen eine Hetze von rechten Parteien und Organisationen.“