Schule hat begonnen mit mehr Belastung für Schüler und Lehrer 

Ab dem 12. September, wenn auch Baden-Württemberg die Türen öffnet, läuft der Schulbetrieb in ganz Deutschland wieder an. Einschliesslich der Sommerferien waren die Schulen Monate lang geschlossen. Da ein regulärer Unterricht nicht stattfinden konnte, wurde die „Notlösung“  Digitalunterricht eingeführt- jedoch nicht ganz problemlos. Diese Pandemie hat offen gezeigt, dass sozial benachteiligte Kinder und Familien am meisten unter der Krise leiden.

Abgesehen davon, dass die Lernbetreuung in diesen Familien schwieriger ist, haben die Familien und Schüler nicht die notwendigen Voraussetzungen. Vielen fehlt sogar schlicht ein eigenes Zimmer zum lernen, ganz geschweige denn an Computern oder Druckern.

Am 6..Mai hatten sich Bund und Länder auf „die Wiederaufnahme des Unterrichts in Form von teilweisem Präsenzunterricht“ geeinigt. Seit dem fand unter erschwerten Bedingungen wegen den Schutzmaßnahmen schrittweise der Unterricht wieder regulär statt.

In dieser Zeit hat sich die Diskussion immer mehr auf Digitalisierung der Schulen verlagert. Man spricht sogar von der Überwindung der „Kreidezeit“. Digitalisierung ist gegenwärtig das „Zauberwort“ in allen Lebensbereichen, hat aber immer einen nachteiligen Beigeschmack, weil damit fast immer Kürzungen, Entlassungen oder komplizierte Verfahren verbunden sind. So auch in der Bildung. Der Großteil der Eltern bevorzugen mit entsprechenden Schutzmassnahmen den regulären Schulunterricht. Nach einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach sagen 83 Prozent der Befragten, dass Digitalunterricht nicht den regulären Schulunterricht ersetzen kann und 62 Prozent geben an, Kinder zu motivieren zu Hause zu lernen, sei schwer. 61 Prozent gaben an, dass die Zeit ohne Klassenkameraden für die Kinder hart war. 43 Prozent sagten, es sei für sie enorm anstrengend gewesen, ihre Kinder zu unterstützen.

Was die getroffenen Vorbereitungen angeht, wird die Kritik an die politisch Verantwortlichen immer lauter. Verständlich ist die Kritik allemal, wenn man bedenkt, dass seit Beginn der Schulzeit, 126 Schulen in Nordrhein Westfalen teilweise oder vollständig schließen mussten. In Rheinland-Pfalz wurden in 22 Schulen, Lehrer und Schüler wegen Verdacht nach Hause geschickt (nicht ganz geschlossen). Im Saarland mussten in 15 Schulen auch ganze Klassen in Quarantäne geschickt werden. In Hamburg waren davon bisher 33 Schulen betroffen. Der Vorstoß von Nordrhein-Westfalen, die Maskenpflicht im Unterricht aufzuheben, stösst von vielen Seiten auf Kritik. Verständlich ist auch, dass Schüler über Kopfschmerzen und Konzentrationsschwäche klagen, wenn sie stundenlang mit Maske in einem Raum sitzen müssen.

Wie sich die Situation in den Schulen entwickelt, wird die kommende Zeit zeigen. Denn noch ist festzuhalten, dass anscheinend die politisch Verantwortlichen mehr über Vorkehrungen etc. geredet haben, als in die Tat umgesetzt wurde. Die Bemühungen der Lehrerschaft und der Schulleitungen wird von vielen Eltern bestätigt. Doch auch sie haben ihre Grenzen, wenn die entsprechende „vollmundig“ angekündigten Hilfen und Unterstützung der Politik nicht erbracht werden.

Es gilt immer noch die Forderung nach mehr Geld in die Bildung. Angesicht der Lage brauchen wir mehr Schulen zumindest modernisierte Schulen sowie mehr Lehrer und für alle Schüler und Lehrer zugängliche digitale Ausstattung.

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