Mit Solidarität und Zusammenhalt ins neue Jahr

Ein außergewöhnliches Jahr geht zu Ende. Virus, Lockdowns, Verzicht auf Freiheiten und Hobbies, Einschränkungen im öffentlichen Raum und Kontrollen auf der einen Seite, Solidarität, Zusammenhalt, Kampf gegen Rassismus und für mehr Löhne auf der anderen Seite.

Neue Präsidenten kamen oder alte wurden abgewählt, neue kriegerische Konflikte entstanden kaum (was nicht bedeutet, dass existierende Konflikte nicht fortgeführt wurden oder verschiedene Parteien kurz vor militärischen Auseinandersetzungen standen, so z.B. Griechenland und die Türkei). Im Frühjahr konnte man sogar in Innenstädten oft und tief einatmen, ohne Abluft-Hustenattacken zu bekommen. Familien mit kleinen Kindern lernten den Alltag neu zu planen und Eltern lernten, was es heißt, Erzieherin, Lehrerin oder Freundin zu sein. Homeoffice und Videokonferenzen wurden Teil von alltäglicher Arbeit und werden nicht mehr wegzudenken sein. Währenddessen versammelte man sich abends für Pfleger, Putzkräfte und Kassiererinnen auf Balkonen und klatschte aus Solidarität. Dass man von Applaus nicht satt wird, lernten die sogenannten „systemrelevanten“ Berufsausüber spätestens dann, als Arbeitgeber sich weigerten mehr Lohn zu zahlen und Medien es als verantwortungslos bezeichneten, wie man zu Zeiten von Pandemien streiken könne. Seien doch alle im gleichen Boot und müssten alle gemeinsam da durch. Nur dass diejenigen mit BMW-Aktien halt in der privaten Luxusjacht sitzen und vom Staat bedient werden, während sich die Putzfrau für den zweiten Job umziehen muss und alle anderen sich an Deck zusammenpferchen mussten.

Einen positiven Effekt hatten social distancing und AHA aber schon: Immerhin hat man die gemeine Grippe nahezu ausgerottet.  Nun ist der Corona-Impfstoff da, auch wenn bestätigt wird, daß der Impfstoff zu über 95% wirksam sein wird, sind Bedenken über die Langzeitnebenwirkungen noch da, denn ein neuartiger Impfstoff, dessen Entwicklung normalerweise mehrere Jahre in Anspruch nehmen sollte, wurde innerhalb kürzester Zeit patentiert. Bedenken sollten ernst genommen werden.

Dabei hätte man, so sind sich die Experten mittlerweile einig,  einen konsequenten  Lockdown für eine bestimmte Zeit durchziehen müssen, statt die Pandemie soweit hinauszuzögern. Denn niemand brauchte wirklich neue Kühlschränke in der Hochphase der Pandemie, die dann produziert werden mussten. Solidarität und Zusammenhalt ist die größte Lehre, die man aus dieser Situation ziehen und ins neue Jahr mitnehmen kann.