„Kampf der Jugend in Zeiten von Krise und Pandemie“

Sedat Kaya

Unter diesem Motto fand das digitale Jugendpodium im Rahmen der Rosa-Luxemburg-Konferenz statt. Gemeinsam haben Roylan Tolay (DIDF-Jugend), Leon Sierau (SDAJ), Erike Busse (ver.di-Jugend) und Sascha Hevalski (North East Antifascists Berlin) über die Frage diskutiert, was zu tun ist, wenn es insbesondere die Jugend ist, die von der aktuellen Wirtschaftskrise besonders hart getroffen wird. 

Zu Beginn haben die Vertreter der DIDF-Jugend und der SDAJ herausgearbeitet, dass die Wirtschaftskrise nicht erst seit der Pandemie, sondern sein Anfang schon viel früher und im kapitalistischen Wirtschaftssystem überhaupt hat. Dabei haben große Unternehmen wie z.B. Lidl, Aldi oder Amazon ihre Gewinne um Milliarden vermehrt, während die Lasten der Krise z.B. durch Entlassungen und soziale Kürzungen auf die arbeitenden Menschen und insbesondere auch die Jugend abgewälzt wurde und weiterhin wird. Erike Busse hat dabei die Notwendigkeit, sich gegen diese Abwälzungen zu wehren, mit Beispielen aus den Kämpfen in den Krankenhäusern unterstrichen. Die gemeinsame Analyse der Diskutanten war klar: durch diese Entwicklung verschwinden Ausbildungs- und Arbeitsplätze sowie wichtige soziale Einrichtungen für die Jugend. 

Im weiteren Verlauf der Diskussion haben die Vertreter der verschiedenen Verbände auch nochmal herausgearbeitet, wie wichtig es ist, sich als fortschrittliche Jugendverbände an bereits bestehende Bewegungen wie z.B. Fridays for Future oder Black Lives Matters zu beteiligen. Dabei hat insbesondere Roylan Tolay auf die Rolle dieser Jugendverbände aufmerksam gemacht: in diesen Bewegungen mitzuarbeiten, über die eigentlichen Ursachen der zu bekämpfenden Probleme aufzuklären und das Vertrauen der Beteiligten für sich zu gewinnen. Leon Sierau stimmte dem zu und wies auch noch einmal darauf hin, dass die fortschrittlichen Jugendverbände sich weiter untereinander vernetzen müssen, um diesen Ziel gerecht zu werden und eine fortschrittliche Perspektive in den Jugendbewegungen mitzuentwickeln. Alle Teilnehmer waren sich darin einig, noch weiter in die Kämpfe der Jugend reinzugehen, seien es die genannten politischen Bewegungen, aber insbesondere auch in Betrieb, Stadtteil, Schule oder Universität. 

Insofern war das Stichwort „Rein in die Praxis“ ein bestimmendes Ergebnis der Diskussion, dass noch einmal die Möglichkeit gibt, die eigene Rolle in der Bewegung zu reflektieren und alles mögliche zu unternehmen, der Jugendbewegung einen neuen Aufschwung zu geben.