#ZeroCovid – Ein Mittel!

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Die Kampagne #ZeroCovid hat hohe Wellen geschlagen. Über 87.000 Menschen haben diesen Aufruf (Stand: 26.01.2021) unterschrieben. Der Aufruf orientiert sich am „Internationalen Aufruf für die konsequente Eindämmung der Covis-19-Pandemie in Europa“, den Wissenschaftler Mitte Dezember initiiert haben.

Der Aufruf bekam große Zustimmung, aber auch viel Kritik. Die Einen sind der Meinung, dass diese Forderungen nur mit einem Polizeistaat erfüllt werden können, es würde Illusionen über die EU verbreiten, in der Endkonsequenz wäre eine Abschottung der EU und Grenzschließungen nötig.

Die Anderen sehen den Kampf gegen Corona „als eine Form des Klassenkampfes“ und als unberechtigte Kapitalismuskritik. Die Betriebe zu schließen, die Konzerne und Vermögende die Kosten tragen zu lassen oder die Impfstoffe der „privaten Profiterzielung zu entziehen“ gehe gar nicht.

Die fünf Eckpunkte des Aufrufes kann man folgend zusammenfassen: Gemeinsam runter auf Null; Niemand darf zurückgelassen werden; Ausbau der sozialen Gesundheitsinfrastruktur; Impfstoffe sind globales Gemeingut; Solidarische Finanzierung. Alle Forderungen sind nicht neu. Mit diesem Aufruf wurden sie aber von einer breiten Basis getragen. In diesem Zusammenhang kann dieser Aufruf als ein Instrument für eine breite Bewegung und Kampf gegen die bestehenden Missstände genutzt werden. Nicht mehr, nicht weniger.

In den vergangenen Tagen haben zwei weitere Entwicklungen die Kritik am kapitalistischen System, wo gemeinschaftlich produziert wird aber privat angeeignet wird, verstärkt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die gravierende Kluft bei den Impfungen zwischen den reichen und den armen Ländern entschieden kritisiert. Laut Spiegel wurden 95 Prozent der Impfstoffe in nur zehn Ländern verabreicht. Der WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte, dass in den reichen Staaten 39 Millionen Impfdosen verimpft wurden, während die Zahl in einem der besonders armen Länder bei gerade einmal 25 liege. Was für eine Verwerfung! WHO-Chef bezeichnete die ungleiche Verteilung als „moralisches Versagen“. Man könnte aber die andere Seite der Medaille sehen: das ist die wahre Moral des Kapitals.

Die zweite Erklärung kam vom Oxfam-Institut. Vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos wurde der Bericht „Das Ungleichheitsvirus“ veröffentlicht. Der Bericht zeigt, wie die Corona-Pandemie soziale Ungleichheit verschärft. Gleich in der Einführung des Berichts steht: „Als Folge der Corona-Pandemie droht die Ungleichheit erstmals in fast allen Ländern der Welt gleichzeitig anzusteigen. Diese Krise verschärft die vorher schon dramatischen Unterschiede zwischen Arm und Reich, zwischen den Geschlechtern und zwischen Weißen und Black, Indigenous und People of Color (BIPoC). Bereits neun Monate nach Ausbruch der Pandemie hatten die 1.000 reichsten Milliardäre wieder so viel Vermögen angehäuft, wie in der Zeit vor COVID-19. Die weltweit ärmsten Menschen hingegen könnten länger als ein Jahrzehnt brauchen, um die Auswirkungen der Pandemie zu überwinden.“

Außer Frage steht, dass diese Krise weitergehen wird. Die Widersprüche vertiefen sich mit jedem Tag nicht nur zwischen Arbeit und Kapital, sondern auch innerhalb des Kapitals. Die Pandemie hat die gesamte Menschheit getroffen, betroffen sind aber nur die Ärmsten der Armen. Es kommt jetzt darauf an, jede Forderung nach außen zu tragen, nicht wegzuducken, sondern wirkliche Solidarität zu zeigen.

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