OTTO Inhaber bekommen den Bauch nicht voll genug

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Die Otto GmbH, eines der größten Unternehmen im Online-Handel in Deutschland, entlässt trotz eines Umsatzrekords während der Corona-Pandemie Beschäftigte.

Die Otto GmbH &Co KG – Otto Versand – eines der bestverdienenden Unternehmen der Pandemie– ist Hamburgs führender Einzelhändler mit mehr als 5.620 Mitarbeitern. Die mit der Verbreitung des Coronavirus ergriffenen Schließungsmaßnahmen haben dem Unternehmen Rekordumsätze und einen beispiellosen Kundenboom beschert. Diejenigen jedoch, die glauben, dass das Unternehmen deshalb neue Arbeitsplätze schafft, irren sich gewaltig. Otto-Manager kündigten vor der Presse an, nach sogenannten „Umstrukturierungsplänen“ hunderte Mitarbeiter entlassen zu wollen. Damit sparen sie zum Rekordgewinn weitere Milliarden Euro ein.

Und das ist erst der Anfang. Das Unternehmen bereitet sich auf die Umsetzung eines Automatisierungsplans vor, der bis 2023 jährlich mindestens 50 Millionen Euro einsparen soll. In diesem Zusammenhang wird erwähnt, dass in erster Linie 400 Arbeiter gekündigt werden.

Der Umsatz von Otto stieg bundesweit von 3,5 Milliarden Euro in 2019/20 um fast 30 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2020/21, das am 28. Februar endete.

Reaktion der Gewerkschaft

„Otto ist einer der größten Gewinner der Corona-Krise“, äußerte sich Heike Lattenkamp, Vorsitzende der Ver.di. „Den haben in erster Linie die Beschäftigten erarbeitet: Wenn der Konzern jetzt wirklich mit dem Gedanken spielt, Stellen abzubauen, dann zeigt das ihre Profitgier und einen Mangel an sozialer Verantwortung. Das hat nichts mit Respekt vor den Mitarbeitern und unserer Stadt zu tun.“, so Lattenkampf weiter.

ZIEL: Das deutsche AMAZON werden

Aus Erklärungen von Unternehmenssprechern wird deutlich, dass mit seinen Umstrukturierungen das Ziel verfolgt, das „deutsche AMAZON“ zu werden. Das Management des Unternehmens sagt, dass es einen großen Wettbewerb im Online-Handel gebe und Pläne für „Modernisierung“ daher unvermeidlich seien. Diese „Modernisierung und Effizienzierung“ bedeutet jedoch, dass viele Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren und die Ausbeutung der verbleibenden Arbeitenden zunehmen wird. Es bleibt vorerst unklar, welche Abteilungen geschlossen werden und wie viele Arbeitende entlassen werden. Unter den KollegInnen macht sich unterdes große Unsicherheit und schlechte Stimmung breit. (Neues Leben Hamburg)