FEDERAL MOGUL-Kollegen geben nicht nach*

Ich arbeite seit über 20 Jahren beim Federal Mogul (FM). Ich wollte die Entwicklungen mit euch über unsere Zeitung Yeni Hayat / Neues Leben teilen. Wir lesen über die Entwicklungen in den Betrieben und Fabriken in Deutschland und verschiedenen Ländern Europas und die Kämpfe der Arbeiter in dieser Zeitung. Dadurch können wir sehen, dass unsere grundlegenden Probleme sehr ähnlich sind.

WAS PASSIERT BEI FM?

Der Arbeitgeber will seit zwei Jahren unsere Arbeitszeiten ändern. Er will die Arbeitszeiten der 2. und 3. Schicht kombinieren und den Samstag zum normalen Arbeitstag machen. Um dies umzusetzen, übt der Arbeitgeber bei jeder Betriebsversammlung Druck auf uns unsere Vertreter aus.

Wir haben darauf immer reagiert und haben betont, dass wir das nicht zulassen werden.Wenn wir an einem Samstag arbeiten, bekommen wir 25 % Zuschlag. Wir arbeiten 6 Stunden und erhalten 8 Stunden bezahlt. Jeder Arbeiter erhält je nach Entfernung zum Arbeitsplatz 14, 25 oder 35 Euro zusätzlich dazu. Der Arbeitgeber will diese Vereinbarung abschaffen.

Kurz gesagt, die Bosse wollen unsere erkämpften Rechte zurücknehmen, die wir in früheren Kämpfen gewonnen haben. Sie versuchen durch Einführung der Samstagarbeit uns eine Arbeitsordnung aufzuerlegen, die nur den Interessen der Arbeitgeber entsprechen. Wir sollen dazu bewegt werden, an Tagen mit wenig Arbeitsaufkommen zu Hause zu bleiben. Also völlige Flexibilisierung der Arbeitszeiten und Arbeit auf Zuruf.

In der zweiten Schicht, in der die Arbeitsordnung verändert werden soll, arbeiten die Kollegen 7,5 Stunden pro Tag und die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 37,5 Stunden. Unsere Kollegen, die in der dritten Schicht arbeiten, arbeiten 40 Stunden pro Woche. Nun soll die zweite Schicht gezwungen werden, 40 Stunden zu arbeiten. Die halbstündigen Pausen und 15-minütigen Duschzeiten sollen auch abgeschafft und in die Freizeit nach der 8-Stunden-Schicht gelegt werden. Nachdem unser Betrieb JURID von HONEYWELL und der dann später von Federal Mogul (FM) gekauft wurde, schnitten die Manager viele unserer sozialen Rechte ab, sie entließen immer mehr Arbeiter durch Sozialpläne und stellten keine neuen Arbeiter ein. Vollkonti-Mitarbeiter hatten früher Anspruch auf 4 Tage zusätzlichen Urlaub in jedem Block. Der Arbeitgeber hat dies auf 3 Tage reduziert (6 Arbeitstage, 4 freie Tage in 10 Tagen). Der Arbeitgeber kündigte tatsächlich umfangreichere Angriffe an. Aber wir haben versucht, unsere hart erkämpften Rechte zu schützen, Die Angriffe des Arbeitgebers hörten jedoch nicht auf. Von Zeit zu Zeit stellten wir die Arbeit ein und veranstalteten Kundgebungen in der Fabrik. Manchmal schlossen wir die Haupttür, manchmal stellten wir die Maschinen ab und protestierten. Viele Kämpfe wurden vor Gericht ausgetragen, viele verloren wir.

Die FM-Leitung verstärkt weiter ihre Angriffe und versucht nun, Samstag als Arbeitstag gerichtlich durchzusetzen. Am 23. April protestierten wir gegen die Gerichtsdelegation, die in unseren Betrieb kam. Wir legten in der Morgen- und Mittagsschicht die Produktion still und zeigten, dass wir die Auferlegung des Arbeitgebers nicht akzeptieren werden. Wir haben Unterschriften von den Arbeitern gesammelt und sie dem Gerichtsausschuss übergeben. Jetzt warten wir auf die Entscheidung des Gerichts.

Unsere Erfahrung und Kampfmotivation bei der FM geht eindeutig hervor, dass wir unsere Rechte erst dann schützen und neue Rechte erwerben können, wenn wir gemeinsam und entschlossen gegen die Arbeitgeber agieren. Andersrum hören die Angriffe der Kapitalisten nicht auf, sie denken immer darüber nach, wie sie den Arbeiter mehr ausbeuten können. Wir, die Arbeiter, kämpfen gegen dieses ausbeuterische System.

* Ein Arbeiter von Federal Mogul aus Glinde

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