Solidarität mit den Protesten in Kolumbien!

Foto: Stuttgart / Yeni Hayat

Seit dem 28. April 2021 finden in Kolumbien landesweit Proteste statt, am 5. Mai rief das nationale Streikkomitee zur Teilnahme an den Protesten auf. Millionen von Arbeitern und Jugendlichen beteiligen sich daran und das Land kommt seitdem nicht mehr zur Ruhe. Grund für die Proteste war eine von der herrschenden Politik beschlossene Steuerreform, die vor allem die arbeitenden Menschen massiv belasten sollte. Nachdem die Reform aufgrund der massiven Proteste zurückgezogen worden ist, führten die kolumbianische Bevölkerung ihren Kampf fort und ging weiter gegen die neoliberale Politik der Regierung auf die Straße. Die kolumbianische Polizei geht seitdem mit massiver Gewalt gegen Demonstranten vor, terrorisiert insbesondere Jugendliche und ermordete Dutzende von ihnen. Hunderte gelten als vermisst. Trotz alledem kämpft die kolumbianische Bevölkerung für die Sicherung ihrer Rechte, sowie gegen Privatisierung und staatlichen Terror seitens der Polizei und anderen Spezialeinheiten. Dazu erklärte die Föderation demokratischer Arbeitervereine (DIDF): „Die Forderungen der kolumbianischen Bevölkerung gelten weltweit genauso für viele weitere Völker in ihrem Kampf um bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen. Deshalb rufen wir zur Solidarität mit der kolumbianischen Bevölkerung auf!“

Auch in Deutschland versammelten sich seither hunderte von Menschen in zahlreichen Städten um sich mit den Protesten in Kolumbien zu solidarisieren. Neben lokalen Gruppen von kolumbianischen Solidaritätsorganisationen und weiteren südamerikanischen Organisationen, rief auch die DIDF zu Kundgebungen auf. Auf diesen Kundgebungen kamen insbesondere Jugendliche zusammen, die ihre Solidarität mit den Forderungen der kolumbianischen Bevölkerung auf spanischer und deutscher Sprache bekundet acht haben. Insbesondere die Beteiligung von kolumbianischen Jugendlichen hat den Kundgebungen eine besondere Dynamik gegeben: mit Tanz, Gesang und Trommeln brachten sie die Atmosphäre des Widerstands auf den Straßen Kolumbiens mitten in das Herz deutscher Großstädte.

Denn dafür gibt es Grund genug: denn die Kugeln, mit denen die Polizei derzeit auf die kolumbianische Bevölkerung schießt, stammen zum großen Teil aus deutschen Waffen. Insbesondere die Walther P99 und die SIG SP2022 sind deutsche Pistolen, die von der kolumbianischen Polizei zur Unterdrückung der Proteste eingesetzt werden. Dabei umgehen deutsche Waffenproduzenten das Exportverbot nach Kolumbien durch den Weiterverkauf über US-amerikanische Unternehmen. Auch gelangen über solche Wege Lizenzen nach Kolumbien, nach denen die deutschen Fabrikate direkt in Fabriken wie z.B. in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota produziert werden können. Deutsche Waffen morden also direkt mit in Kolumbien.

Der Kampf der kolumbianischen Bevölkerung verdient die größte Aufmerksamkeit insbesondere aller fortschrittlichen Kräfte in Deutschland. Es bleibt dabei die Verantwortung auch der deutschen Regierung in diesem Konflikt deutlich zu machen und aufzuzeigen, dass das kolumbianische Volk nicht alleine steht!