Für die Veränderung selber kämpfen

Foto: Yeni Hayat

Ein Hin- und Her mit den Wahlumfragen. Mal sind Laschet mit seiner CDU vorne, nun ist gerade heute das erste Mal die SPD in Umfragen vor der CDU. Das war zuletzt vor einer gefühlten Ewigkeit der Fall, dass der kleine Partner der Großen Koalition die Führung innehatte. Die Grünen springen Zickzack und werden vermutlich drittstärkste Partei und Die Linke mit 6 % kratz die Mindesthürde. FDP und AfD heizen stabil ihren Platz. Die FDP voller Hoffnung, das Zünglein an der Waage zu sein, egal ob einer SPD oder CDU geführten Bundesregierung. Man will es mit jedem machen, so viel steht fest. Und AfD hat wie stets eh und je die Opferrolle angenommen: Niemand will mit uns spielen, aber wir sind doch die Guten…

Lang ist es her, dass große Volksparteien CDU und SPD eine 3 oder gar 4 an erster Stelle ihrer Wahlumfragen hatten. Jetzt freut man sich, wenn eine stabile 2 die erste Stelle schmückt. Der Abfall der Umfragewerte spiegelt den Abfall des Vertrauens in die Parteien wieder. Die meisten Wähler haben sich zurückgezogen und werden vermutlich wieder Nichtwähler, wie es die letzten Wahlen immer der Fall war. Vermutlich werden sie mit fast 30 % die stärkste Gruppe werden. Aber diese Gruppe wird von allen mal wieder ignoriert werden.

Was sich jetzt schon abzeichnet: Die Grünen werden punkten bei den jungen Erstwählern. Die wollen nämlich die Welt verändern, sie schöner machen und verbessern. Aber ob die Grünen da die richtigen Adressaten sind, ist stark zu bezweifeln, denn diese werfen locker mal alles in den Ring, was es zu werfen lohnt, wenn man Hauptsache nur am Regierungstisch mit sitzen darf. Sämtliche Landesregierungen, an denen Grüne beteiligt sind, haben bereits vorgeführt, welche Werte die Grünen vertreten: Ihre Farbe ist die Farbe des 100-Euro-Scheins, Rückgrat hat diese Partei nicht, sie steht nur für positive Werte, die die Jugend von heute bewegt. Diese Werte Solidarität, Umweltbewusstsein, Menschlichkeit und Cosmopolität kombiniert mit sozialer Gleichheit, Frieden und ökonomischer Gerechtigkeit, wofür die politische Linke steht, wäre eine Gesellschaft, in der man gerne leben könnte. Aber dafür müssten sich die Grünen mit dem Kapital anlegen und das würden sie niemals machen. Sie bleiben lieber ihren Geldgebern treu, immerhin kriegen die Grünen die meisten Großspenden über 50000 Euro und stehen dafür den Status Quo, statt für ein System Change! Hier und da eine kosmetische Änderung statt grundlegende Veränderungen, mehr nicht. Es wird wieder eine Qual, aber repräsentative Demokratie ist nun einmal die schlechteste Form des Regierens und der Demokratie. Wenn wir wahre Veränderung wollen, sollten wir natürlich Parteien wählen, die für die oben genannten Werte steheb, aber vor allem selber aktiv werden und uns für unsere Zukunft selber stark machen. Ein Kreuzchen alle 4 Jahre bringt keine Veränderung, diese muss erkämpft werden.