Jugend gemeinsam in Betrieb, Uni, Schule und Stadtteil!

Foto: Yeni Hayat / Hamburg

Thoya Kruse

Unter diesem Motto stand die diesjährige Jahreshauptversammlung des Internationalen Jugendvereins Hamburg am 21. August 2021. Die Jahreshauptversammlung dient als Gelegenheit, die Arbeit des vergangenen Jahres Revue passieren zu lassen, diese zu bewerten und die Arbeit in allen verschiedenen Gremien des Vereins im kommenden Jahr zu planen und neue Ziele zu setzen. In seiner Begrüßung hat der Vorstand treffend zusammengefasst, worum es in der Arbeit des Vereins geht: „Wir haben ein Jahr lang unser Bestes gegeben, um in der Schule, im Betrieb, in der Uni, in den Stadtteilen und auf den Straßen gegen Rassismus und rechten Terror, gegen die Ausbeutung der arbeitenden Klasse, gegen die Zerstörung der Umwelt, gegen Diskriminierung von Frauen und gegen die Ausbeutung der Gesundheit für Profite zu kämpfen und solidarisch mit denen zu stehen, die in dieser Gesellschaft von unten kämpfen müssen.“ Im Zeichen der Krise und der Pandemie hat sich die Lage der arbeitenden Klasse verschärft und der Kampf sich als noch größere Herausforderung herausgestellt.

In der politischen Bewertung wurden konkreter Forderungen zur Bundestagswahl ausgearbeitet. Die Folgen der Krise und des Klimawandels lagen hier unter anderem im Fokus. Es wurde deutlich, dass die Jugendlichen sich dort organisieren müssen, wo sie ihr Leben verbringen: In Schule, Uni und Betrieb. Denn besonders in den Hörsälen, Klassen und am Arbeitsplatz tun sich die Interessenskonflikte zwischen den Arbeitenden und den Besitzenden, zwischen den Klassen auf, und dort ist das Schlachtfeld.

Im vergangenen Jahr hat sich der Internationale Jugendverein Hamburg maßgeblich ausdifferenziert. Nach der letzten Jahreshauptversammlung im Juli 2020 wurde mit einer Kampagne unter dem Motto „Arbeitskampf und Gewerkschaft“ in das Jahr gestartet. Im Zuge dessen wurde die „Plattform für Auszubildende und junge Arbeiter“ weiter herausgebildet und das Verhältnis zum Verein gestärkt. Seitdem wurden 3500 Broschüren zum Thema „Deine Rechte in der Ausbildung“ in Zusammenarbeit mit der DIDF-Jugend Hamburg und der DGB Jugend vor Hamburger Berufsschulen verteilt und eine kontinuierliche Beteiligung an Arbeitskämpfen etabliert, welche gezeigt hat, wie wichtig es ist, Solidarität praktisch zu üben.

Im gleichen Zuge hat sich das Bedürfnis nach Stadtteilarbeit aufgetan und seit Frühjahr 2021 bilden sich die Schülergruppe und die Studierendengruppe heraus.

Als wichtigstes Organ des Vereins wurde die Arbeit um die Vereinszeitschrift, die „Lautschrift“ bewertet und diskutiert. Die Lautschrift richtet sich an die gesamte Jugend, die sich für eine bessere Zukunft einsetzen will. Hier bezieht der Verein Positionen, stellt Zusammenhänge her, ordnet das aktuelle Geschehen politisch ein und schafft neue Perspektiven. Als politischer Journalismus von der Jugend, für die Jugend stellt die Zeitschrift einen wichtigen Beitrag zur Medienlandschaft, in der wenige große Medienhäuser den Löwenanteil an Herausgaben innehaben, dar.

Im Zeichen der Bundestagswahl am 26. September wurden umfangreiche Forderungen diskutiert und aufgestellt. Der Wahlkampf läuft und die großen Parteien kämpfen um einen Platz in der neuen Regierung. Währenddessen verschlechtert sich die Lage der arbeitenden Menschen und der Jugend. Besonders junge Menschen müssen ihr Wahlrecht jetzt nutzen, um zu zeigen, in welche Richtung es gehen muss. Für Veränderungen reicht es jedoch nicht allein, ein Kreuz auf dem Wahlzettel zu machen, weshalb eine Kampagne mit dem Titel „#VorUndNachDerWahl“ ins Leben gerufen und beschlossen wurde. Denn vor und nach der Wahl heißt es für die Mitglieder des Internationalen Jugendvereins: organisieren und kämpfen!

Bereichert wurde die Versammlung durch die vielen Gäste, darunter die DIDF-Jugend, die Initiative Krankenhaus Groß Sand bleibt, die ver.di-Jugend und die SDAJ, aber auch der Internationale Jugendverein Hanau. Als letzter Punkt auf der Tagesordnung wurde der neue Vorstand gewählt und mit der Umsetzung der neu gesteckten Ziele beauftragt.