Das große Wiedersehen im Süden – Jugendcamp der DIDF

Foto: Yeni Hayat

Esin Akin & Inan Bahadir

Aufgrund der Corona-Pandemie konnte die DIDF-Jugend auch dieses Jahr kein bundesweites Camp veranstalten. Nun ist es ihr aber dieses Jahr gelungen, zumindest den Süden zusammenzubringen. Das Jugendcamp fand im Zeitraum vom 29.10. bis zum 01.11. in Mannheim statt. Themen waren vielfältig und es fand sogar eine Demo zur aktuellen Wohnungs- und Mietenmisere statt.

Nach über einem Jahr haben sich wieder zahlreiche Jugendliche, die hauptsächlich aus Bayern und Baden-Württemberg stammen, getroffen. Das Motto des Camps hieß: Solidarität şimdi – So wollen wir Leben.

Nach der Ankunft gab es eine kurze Eröffnungsrede, in der betont wurde, durch was für eine schwierige Zeit wir gehen. Aufgrund dessen wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nochmals bewusst, was für eine große Rolle Zusammenhalt für alle spielt. Nach der Rede ging es schon ums Eingemachte: Das Programm fing mit einem Quiz über Umwelt an. Ziel war es, am schnellsten zu antworten und zugleich die richtige Antwort zu nennen. Wir haben interessante Sachen erfahren und dazu noch Erläuterungen gesehen. Später am Abend bereiteten die Campteilnehmer zusammen das Transparent für die Demo am Samstag vor. Darauf stand: „Keine Profite mit unseren Mieten – Wohnraum für alle.“ Alle haben tatkräftig mitgewirkt, um ein schönes Werk zu kreieren.

Am nächsten Tag war zwar das Wetter nicht gut, trotz dessen ist es uns gelungen, eine aussagekräftige Demo zu organisieren. Gemeinsam mit anderen Mannheimer Organisationen sind wir auf die Straße gegangen und haben lautstark unsere Forderung mitgeteilt. Diese war: „Mehr Lohn, weniger Miete.“ Der Grund für die Demonstration war, den Wohnraum in einem Mannheimer Stadtviertel bezahlbar zu machen und Verdrängung aufgrund von hohen Mieten zu verhindern. Zuvor ging es in einem Seminar „Warum und wie organisieren“ in der betont wurde, wie wichtig es ist, Teil von sozialen Bewegungen zu sein. Nach der Demo hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, Mannheim zu entdecken. Am Abend wurde gemeinsam das Improvisationstheater spielerisch näher gebracht. Alle hatten sehr viel Spaß und versteckte und schlummernde Talente offenbarten sich allen Campteilnehmern. Man kam sich näher, lernte aneinander näher kennen.

Das Sonntagsprogramm fing mit einem Seminar über den rechten Terror in Deutschland an. Themen waren der NSU und andere rechtsterroristische Anschläge und rechte Strukturen in der Bundeswehr. Am Nachmittag fanden Workshops zu den Bereichen Theater, Film und kreatives Schreiben statt. Sinn und Zweck vom Theater Workshop war es, ins Theater reinzuschnuppern und einstudierte Sketche vorzuführen. Beim Film-Workshop ging es darum, wie am besten Videos für Social Media gedreht werden können. Der Schreib-Workshop hatte folgende Inhalte: „Wie gestalte ich ein Interview, einen Artikel oder sogar Flugblatt?“. Anschließend wurden die Ergebnisse in einer Talentshow vorgestellt. Am letzten Tag vom Camp hatten wir noch ein letztes Seminar, welches um die Unterdrückung der Frau ging.

Es waren sehr schöne Tage mit viel Solidarität, Zusammenhalt und Freundschaft. Zugleich konnten wir viele neue Sachen lernen und mitnehmen. Mit neu geknüpften Freundschaften verließen alle das Camp mit der Hoffnung, dass das nächste Camp wieder bundesweit stattfinden kann. In diesem Sinne: Solidarität şimdi!