IG BAU warnt vor Lohndumping von Zuwanderern!

IG BAU Vorsitzende Robert Feiger

Mahir Sahin

In der Branche Bauhauptgewerbe gab es bis Ende Dezember 2021 zwei Stufen von Branchenmindestlöhnen. Diese sind jetzt ausgelaufen. Der unterste Mindestlohn für einen Arbeiter mit einfachen Tätigkeiten beträgt aktuell 12,85 Euro, für Fachkräfte gibt es einen Mindestlohn II, der bei 15,70 € liegt. In der letzten Verhandlungsrunde wurde seitens der Arbeitgeber der ganze Branchenmindestlohn in Frage gestellt. Den Mindestlohn II würden sie auf jeden Fall abschaffen wollen. Ende Januar soll es zwischen der zuständigen Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und den Arbeitgebern zu weiteren Tarifverhandlungen kommen.

IG BAU wehrt sich gegen den Versuch der Abschaffung des Branchenmindestlohns. In einer Pressemitteilung warnt die Gewerkschaft vor der Ausbeutung von Zuwanderern, falls der Branchenmindestlohn wegfällt. „Angesichts dem Fachkräftemangel in der Branche wäre das ein falsches Signal. Angesichts des auf absehbare Zeit anhaltenden Baubooms ist für uns als Baugewerkschaft völlig unverständlich, dass die Arbeitgeberseite auf die erprobten Instrumente für eine faire Zuwanderung verzichten wollen“ so der IG BAU Vorsitzende Robert Feiger.

Fachkräftemangel im Baugewerbe wird steigen!

Angesichts des Fachkräftemangels in der Baubranche braucht die körperlich belastende schwierige Arbeit besondere Löhne. Die Bau-Gewerkschaft prognostiziert, dass der Arbeitskräftemangel im Baugewerbe sich nochmals verschärfen wird.

Ohne Bauarbeiter*innen lässt sich auch nichts bauen und lassen sich auch keine Umsätze und damit Gewinne erzielen, so die IG BAU in der Pressemitteilung.

Die Gewerkschaft kritisiert und warnt vor der Abschaffung des Mindestlohns II, wie ihn die Arbeitgeber planen, dens es hätte gravierende Folgen für Arbeitskräfte aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Nordmazedonien, Montenegro und Serbien. Bis Ende 2023 wäre es wohl noch Bauunternehmen noch gestattet, Arbeitskräfte aus diesen Ländern anzuwerben. „Aus diesen Staaten kommen oftmals Fachkräfte, die hierzulande mit einem ,Normallohn` in Höhe von etwas über 20 Euro bezahlt werden, da sind knapp 16 Euro Branchenmindestlohn mehr als recht und billig. Mit dieser Blockadehaltung am Tariftisch entziehen die Bauarbeitgeber einer möglichen Entfristung der Westbalkan-Regelung jegliche Grundlagen“, ist sich Feiger sicher. „Wir wissen alle, dass Zuwandererinnen und Zuwanderer viel zu oft von dubiosen Geschäftemachern um ihre Ansprüche betrogen werden.“