Schändung muslimischer Gräber

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In der Silvesternacht wurden auf dem muslimischen Teil des Hauptfriedhofs in Iserlohn bei Hagen (Nordrhein-Westfalen) laut Polizei 30 Grabsteine umgeworfen und teils zerstört sowie Dekorationen und Pflanzen beschädigt worden. Die Polizei ermittelt wegen Störung der Totenruhe und Sachbeschädigung. Sie vermutet ein politisches Motiv, hat den Staatsschutz eingeschaltet.

Ein Einzelfall ist die Tat jedoch nicht. So zählte die Polizei bundesweit im vergangenen Jahr allein bis Ende September 447 islamfeindliche Straftaten. 378 dieser Taten wurden als rechts motiviert eingestuft, 25 einer „religiösen Ideologie“ zugeschrieben, 9 einer „ausländischen Ideologie“, 25 waren nicht zuzuordnen. Darunter waren Sachbeschädigungen, Volksverhetzungen oder Beleidigungen, aber auch Körperverletzungen. Laut Polizei kam es dabei zu zwei schwer Verletzten und elf leicht Verletzten.Erfahrungsgemäß werden am Jahresende noch viele Nachmeldungen hinzu. Zählte das BKA 2018 noch 910 islamfeindliche Angriffe, waren es 2020 bereits 1.026.