Pandemie der Ungleichheit

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Während die 10 reichsten Männer der Welt ihr Vermögen auf insgesamt 1,5 Billionen Dollar verdoppeln, rutschen über 163 Millionen Menschen zusätzlich in Armut. Das ist die wahre Bilanz der Corona-Pandemie und der Massnahmen der Regierungen.

Die aktuell 2.755 Milliardäre haben ihr Vermögen seit Beginn der Corona-Pandemie stärker vermehrt, als in den gesamten 14 Jahren zuvor. Zufall? Dieser Zuwachs des Vermögens der reichsten 0,0003 Prozent ist in der Geschichte beispiellos! Während ihr Vermögen so schnell wächst wie nie zuvor und die Dreistesten von ihnen mehrere Milliarden für Luxus-Raumfahrten im wahrsten Sinne des Wortes öffentlich verbrennen, lebten 2019 fast die Hälfte der Menschheit – 3,2 Milliarden Menschen – unterhalb der von der Weltbank definierten Armutsgrenze von 5,50 Dollar pro Tag. Heute, zwei Pandemie Jahre später, sind es 163 Millionen Menschen mehr.

Auch in Deutschland hat die Corona-Pandemie die Ungleichheit verschärft: Das Vermögen der 10 reichsten Personen ist seit Beginn der Pandemie von rund 144 Milliarden auf etwa 256 Milliarden US-Dollar gewachsen. Allein dieser Gewinn entspricht annähernd dem Gesamtvermögen der ärmsten 40 Prozent, also von 33 Millionen Menschen in Deutschland. Währenddessen erreicht die Armutsquote in Deutschland mit 16,1 Prozent einen Höchststand; wie Ex-Kanzlerin Merkel mal erklärte: Deutschland ging es nie besser!

Der neue Oxfam-Bericht „Gewaltige Ungleichheit“ zeigt: Ursache für die wachsende soziale Ungleichheit ist die Profitlogik der Wirtschaft. Gewinne zählen mehr als der Schutz der Menschenrechte, Gesundheit und Umwelt. Politische Entscheidungen, egal wie sinnlos oder unmoralisch sie auch sein mögen, werden ausschließlich im Sinne einiger weniger Menschen gefällt. Jeden Tag sterben mindestens 15000 Menschen, weil ihnen eine adäquate medizinische Versorgung verwehrt ist, jede Paar Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen von Nahrungsmittel- und Wassermangel.

Solange im Zentrum wirtschaftlicher Entscheidungen nur der Profit steht, wird das Bewusste in Kauf nehmen von Mord an Menschen nicht aufhören. Allein eine minimale Besteuerung von Konzernen und Superreichen würde Millionen von Menschen vor Hunger, Bildungsmangel, medizinischer Unterversorgung und Armut trotz Vollzeitarbeit retten und zumindest ein Minimum an Menschlichkeit gewähren. Aber nicht im Kapitalismus. Schon die „Hauptwaffe zur Bekämpfung der Pandemie“, die Verteilung der Impfstoffe zeigt, wie ungerecht der Kapitalismus aufgestellt ist: Impfstoffe, die mit staatlichen Subventionen erst ermöglicht wurden, gelten als Privateigentum ihrer Erfinder(firmen). Würde man jedoch die Patente freigeben, könnten mindestens 120 Unternehmen weltweit in die Produktion einsteigen und ausreichend Impfstoffe zu erschwinglichen Preisen für jeden Erdling herstellen, würde die Technologie global geteilt. Doch vor allem Deutschland blockiert dies bisher. Das muss endlich aufhören, weil es Millionen von Menschenleben retten könnte. Als Sofortmaßnahme muss eine Vermögenssteuer (wieder) eingeführt und Steueroasen trockengelegt werden und es braucht eine einmalige Abgabe auf sehr hohe Vermögen, die dem Abgeber nicht mal auffallen werden, weil er so viele Nullen erst gar nicht zählen kann, wie er auf dem Kontoauszug besitzt!

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