#Wirwerdenlaut – Schülerinnen und Schüler in der Pandemie

Constantin Freiwald

Der Druck, der auf Schülerinnen und Schüler lastet, war selten so hoch, wie in den letzten 2 Jahren. Darum haben viele verschiedene Gremien der Schülerschaft, eine Petition an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und die Bundesministerin Stark-Watzinger verfasst. Diese enthält Forderungen, welche die Schülerschaft während, aber auch nach der Pandemie entlasten sollen. 

„Wir können Ihre aktuelle Politik, die uns alle im Stich lässt, psychisch belastet und körperlich gefährdet, nicht länger mittragen. Wir sind darauf angewiesen, dass Sie endlich Ihrer Verantwortung gerecht werden und auf unsere Forderungen eingehen“ lautet es in der Petition.

Die Grundlage der restlichen Forderungen basieren darauf, dass die Schülerinnen und Schüler bei Entscheidungen mit einbezogen werden.

Die erste große Forderung ist, dass die Bundesregierung die sogenannte „S3 Leitlinie“ des RKI einhält. Diese Leitlinie beinhaltet viele Empfehlungen für die Pandemiebekämpfung in Kindergärten, Schulen und Universitäten, u.a. die Reduktion der Größe der Lerngruppen, sprich Klassen und Kurse. Das schließt nicht die Wiederkehr des Hybridunterrichts aus. Eine Maskenpflicht, am besten FFP-Masken, wird empfohlen und mehr Angebote für Notbetreuung für jüngere Kinder werden gefordert. Auch qualitativ bessere Tests werden gefordert, weil viele Schnelltest wenig taugen.

Die Forderungen der Schülerschaft beinhaltet auch „Bildungspflicht statt Präsenzpflicht“. Die Schüler sollen zusammen mit ihren Familien entscheiden können, ob sie in Präsenz die Schule besuchen. Falls sie sich dagegen entscheiden, soll Onlineunterricht zur Verfügung stehen. Um dies als eine sichere und effektive Bildungsmethode schaffen zu können, müssen Schulen mehr in die Digitalisierung investieren. Dies beinhaltet auch Weiterbildungen für Lehrkräfte, um sicher mit den digitalen Bildungsmethoden umgehen zu können. 

Dies leitet auch über in die fünfte Forderungen, Infektionen müssen in Echtzeit an Eltern, Lehrkräfte und andere Schüler weitergeleitet werden, um weitere Ansteckungen zu vermeiden und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Das pädagogische und schulpsychologische Personal soll aufgestockt werden, um Leistungs- und psychischen Stress einzudämmen. Und dies zurecht, denn laut Caritas leidet fast jedes dritte Kind unter der Pandemie und zeigt psychische Auffälligkeiten.

Auch wird gefordert, dass die Abschlussjahrgänge erleichterte Prüfungsbedingungen erhalten, sprich ein vereinfachter MSA und ein vereinfachtes Abitur. Dies wurde in 2021 durchgesetzt, wurde danach aber wieder aufgehoben, nun soll es wieder eingeführt werden.

Zu guter Letzt soll die Pandemie auch für die Zukunft aufgearbeitet werden, um auf zukünftige ähnliche Szenarien vorbereitet zu sein.

Die Petition wurde bis zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Artikels von ca. 140.000 Menschen unterschrieben und sie zeigt auch schon Wirkung. Laut einer der Mitinitiatorinnen, Laura Korner, steht bereits ein Treffen mit der Bundesministerin Stark-Watzinger an. Auch Karl Lauterbach scheint schon öffentlich positiv Stellung dazu genommen zu haben.

Es ist und bleibt wichtig für die Interessen der Schüler einzutreten und diese Petition zeigt dies ganz deutlich, die Situation in den Schulen muss sich zum Besseren ändern.