8. Mai als Feiertag

Foto: Hamburg / Yeni Hayat

Deniz Celik

In Hamburg fand zum Gedenken an die Opfer des Nazi-Regimes und an den Widerstand eine Demonstration mit anschließendem Fest statt.

Die zentrale Hauptforderung lautete, den Tag der Befreiung zum gesetzlichen Feiertag zu machen. Bereits im Vorfeld hatten die Hamburger SPD, Grüne und CDU erklärt, dass sie den 8.Mai lediglich zu einem Gedenktag erklären wollen. Einen gesetzlichen Feiertag wird es demnach weiterhin nicht geben.

Der Aufruf für die Demonstration erfolgte durch das Bündnis zum 8. Mai, das auf Initiative von VVN-BDA seit 2015 existiert. Zu Beginn versammelten sich Tausende am Gedenkort Hannoversche Bahnhof. Der Jugendblock war überaus stark vertreten. Der Bahnhof diente zwischen 1940 und 1945 als zentrale Deportationsstelle von Juden, sowie Sinta und Roma.

Hier wurden in den Redebeiträgen die Privatisierung der Gedenkkultur in Hamburg kritisiert. Der Bau eines Dokumentationszentrum, das sich in einem Bürokomplex der Firma Wintershall DEA befinden sollte, scheiterte an dem Widerstand der Opferverbände. Die Firma hatte unter dem Nazi-Regime an Arisierung, Zwangsarbeit und Krieg Millionen verdient. Nach Protesten wurde ein Neubau des Dokumentationszentrum beschlossen. Nach den inhaltlichen Beiträgen zur historischen Bedeutung des Hannoverschen Bahnhofs, wurde die Gelegenheit gegeben, Blumen niederzulegen.

Im Anschluss zog die Demonstration durch das Kontorhausviertel. Dort gab es während der NS-Zeit mehrere Zwangsarbeitslager italienischer Militärinternierter, die sich geweigert hatten, für das Nazi-Deutschland zu kämpfen. Auf der Zwischenkundgebung wurde kritisiert, dass Deutschland sich weiterhin weigert, angemessene Entschädigungszahlungen an die Angehörigen der Opfer auszuzahlen.

Eine weitere Kundgebung gab es vor dem Stadthaus. Mitten in Hamburgs Innenstadt befand sich von 1933 bis 1943 der Sitz des Gestapo-Hauptquartiers und weiterer Polizeidienststellen des „Dritten Reiches“, die hier Antifaschisten, Kommunisten und andere Gegner des NS-Regimes gefoltert hatten.

Die Demonstration endete auf dem Rathausmarkt. Hier gab es ein Gedenken an die verfolgten und ermordeten Hamburger Bürgerschaftsabgeordneten. Zentrale Forderungen in den Redebeiträgen lautete: Der 8. Mai muss gesetzlicher Feiertag werden! Gedenkorte gehören in die öffentliche Hand. Keine Privatisierung von Gedenken! Im Anschluss fand ein Befreiungsfest mit vielen Künstlern und dem Chor Hamburger Gewerkschafter statt.