Abstand zum gesetzlichen Mindestlohn!

Foto: Yeni Hayat

Mahir Sahin

Die Gebäudereiniger-Bundesfachgruppe der IG BAU fordert in der vorgezogenen Tarifauseinandersetzung für die knapp 700000 Beschäftigten der Branche einen Abstand von 1,73€       zum gesetzlichen     Mindestlohn von 12 €. Ab Oktober gilt der gesetzliche     Stundenlohn von 12 € auch für die Reinigungskräfte.     Damit geben sich die Beschäftigten aus dem Gebäudereiniger-Handwerk aber nicht zufrieden, denn „Gebäudereinigung ist eine harte Knochenarbeit und bei den Preissteigerungen und der derzeitig hohen Inflation ist es längst an der Zeit, einen Abstand des Branchenmindestlohns von 1,73 € Stundenlohn     einzufordern“, so ein Kollege     aus der Branche.

Der derzeitige Abstand des Branchenmindestlohnes im Gebäudereiniger-Handwerk soll auch nach der Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohnes auf 12 Euro vom 1. Oktober 2022 an gelten. Der aktuelle Branchenmindestlohn liegt aktuell noch bei 11,55 €. Somit fordert die IG BAU also einen mindestens 13,73 €.

IG BAU: Brauchen einen deutlichen Abstand!

„Wir brauchen auch weiterhin einen Branchenmindestlohn mit einem spürbaren Abstand zum gesetzlichen, denn sonst wandern die ArbeiterInnen aus der Branche ab. In anderen Bereichen können sie für leichtere Jobs viel mehr verdienen“, sagt IG BAU-Bundesvorstandsmitglied Ulrike Laux. „Gerade auch in diesen Krisenzeiten mit steigender Inflation ist es nicht mehr als recht und billig, wenn die Frauen und Männer mit den geringsten Einkommen mehr im Geldbeutel haben. Die Gebäudereiniger sorgen für saubere Büros, Werkshallen, Kliniken, Schulen und dafür, dass sich andere sicher und wohl fühlen. Für diese wichtige, aber auch körperlich schwere Arbeit müssen sie mehr als den gesetzlichen Mindestlohn verdienen.“ Der erste Verhandlungstermin mit dem Bundesinnungsverband ist am 23. Mai 2022.

Solidarität mit den Reinigungskräften!

Die Reinigungskräfte führen aktuell in vielen Betrieben Aktionen durch. Der Kampf um bessere Lohnbedingungen in diesen schwierigen Krisenzeit ist vorbildlich und verdient vollste Unterstützung. Denn die Lösung gegen Preissteigerungen     und Inflation kann nur dieser sein, organisiert an Stärke gewinnen und bessere Lohnbedingungen durchsetzen. Man darf nicht vergessen, dass der Tarifvertrag in der Gebäudereinigung eigentlich erst Ende 2023 ausläuft, das ist der Ausweg den alle ArbeiterInnen aus allen Branchen brauchen, nämlich ausserordentliche     Tarifkämpfe aufnehmen.