Ermittlungen zu dem Fall von Mouhamed Lamine Dramé

Foto: Sinan Akbay / Dortmund

Zeynep Hayirli

Anfang August wurde Mouhamed Lamine Dramé bei einem Polizeieinsatz in Dortmund getötet. In der Dortmunder Nordstadt wurde der 16 – jährige durch vier Schüsse einer Polizeimaschinenpistole getroffen, an denen er gestorben ist.

Tag des Geschehens

Am 8. August wählt ein Betreuer einer Jugendwohngruppe den Notruf. Der 16-jährige Mouhamed Lamine Dramé sitze im Innenhof mit einem Messer in der Hand, das er an sein Bauch halte. Der Betreuer denkt, er sei suizidgefährdet. Außerdem erwähnt er am Telefon, dass Mohammed kein Deutsch versteht. Vor Ort angekommen setzen die Polizisten Reizgas ein. Tasern ihn und schießen dann mehrmals mit einer Maschinenpistole auf ihn.

Solidarität für Mouhammed

Nachdem die Polizei Dortmund von dem Fall auf Twitter berichtet, sorgt der Tod des 16-jährigen für Aufsehen. Die Leser von dem Beitrag der Polizei wollen eine Erklärung. Eine Userin twittert, sie könne nicht verstehen, wie ein Polizeieinsatz, bei dem ein Suizidversuch präventiert werden soll, mit dem Tod des Suizidgefährdeten wegen der Polizei enden kann. Der Fall von Mouhamed Lamine Dramé wird von tausenden von Menschen auf Social Media geteilt. Es dauert nicht lange bis #justice4Mouhammed trendet. Aus dem Grund demonstrieren hunderte von Menschen auf den Straßen gegen Polizeigewalt. Sie wollen Gerechtigkeit für Mouhamed. Sein Fall soll nicht in Vergessenheit geraten. Sie fordern eine Stellungnahme und Antworten.

Korrekturen zum Fall

Nach Wochen, in denen es keinen Zwischenstand zu dem Fall gegeben hat, gibt es nun Neuigkeiten. Um laufende Ermittlungen nicht zu behindern, sei kein Zwischenstand gegeben worden, erklärt das NRW-Innenministerium. Die Staatsanwälte schließen mittlerweile eine Gefährdung der Ermittlungsergebnisse aus.

Der Innenminister Herbert Reul legte dem NRW-Landtag nun ein Bericht vor.

Am Einsatzort waren zwölf Beamte, statt elf wie es anfangs verkündet wurde. Die Ansprachen an den Ermordeten waren auf deutsch und spanisch. Als Mouhammed nicht auf ihre Ansprache reagierte, setzten die Beamten Reizgas ein. Später folgten dann Ansprachen auf portugiesisch und englisch. Der Betreuer erklärte den Ermittlern, dass Mouhammed spanisch, französisch und eine afrikanische Sprache sprechen konnte. Zum Weglegen des Messers wurde er in diesen Sprachen aber nicht aufgefordert. Weil er weiterhin keine Reaktion zeigte, ordnete der Einsatzleiter der Polizei an, Reizgas einzusetzen. Zu dem Zeitpunkt saß Mouhammed in der Hocke. Zwei Polizisten setzen ihre Teaser ein. Die Teaser treffen ihm am Hals und an seinem Glied. Was danach passiert kann nicht genau gesagt werden, da die Aussagen der Zeugen nicht übereinstimmen. Außerdem waren die Bodycams der Beamten ausgeschaltet. Aus einer Maschinenpistole wurden sechs Schüsse aus der abgefeuert, vier trafen Mouhamed Lamine Dramé tödlich. Er wird zum Klinikum Nord gebracht, wo er kurz darauf stirbt.

Letzter Stand

Der Todesschütze in dem Todesfall von Mouhamed wurde vom Dienst suspendiert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt gegen ihn wegen Totschlag. Anfangs war die Ermittlung gegen ihn wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Gegen vier weitere Polizisten haben ebenfalls Ermittlungen begonnen. Zudem wurde auch die Mordkommission einberufen. Die Beamten, gegen die ermittelt wird, haben sich bisher nicht zu den Anschuldigungen geäußert.