Im Gedenken an unser Redaktionsmitglied Orhan Demirel

Foto: Yeni Hayat

Am 29. September starb unser Kollege, Freund und Genosse Orhan Demirel an einem Herzinfarkt. Die Nachricht von seinem vorzeitigen Tod schmerzt uns sehr. Wir wissen nicht, was wir sagen, was wir tun, was wir schreiben sollen. Was immer wir über Orhan Demirel, einem Menschen mit hitzigen, entschlossenen und enthusiastischen Diskussionen, schreiben, ist unzureichend und unzulänglich.

Sein Lebensweg, der am 3. Juni 1958 in Malatya begann, endete am 29. September 2022 in Münster, Deutschland, mit einem Herzinfarkt, den er in einem Zug in Richtung Köln erlitt.

Würde man die Erfahrungen von Orhan Demirel, der in den 1970er Jahren in den Kampf für die Befreiung der Arbeiterklasse, für Freiheit, Gerechtigkeit und eine lebenswerte Zukunft hineingeworfen wurde, bevor er 15 Jahre alt war, aneinanderreihen, würde das sicher nicht in eine Reise von Münster nach Malatya passen. Es gibt so viele Dinge, die in 64 Lebensjahre passen oder nicht passen… Von einem Kampf in Illegalität, von Gefangenschaft, Exil und Armut, all das und vieles mehr hat er erlebt.

Trotz allem wich er nie vom politischen Kampf ab. Selbst in den dunkelsten Jahren. Er fand immer einen Weg und eine Methode, um den Schwierigkeiten des Lebens zu widerstehen und dagegen anzukämpfen. Er nahm seine Gedanken und seine Fahne mit, wohin er auch ging.

Wenn wir den Schmerz in unserem Herz spüren, einen Schritt zurücktreten und fragen: „Wer war Orhan Demirel?“, lautet die erste Antwort ohne Zögern: „Der Revolutionär bei jeder Aufgabe „. Er verfolgte alle Aufgaben, große und kleine, wichtige und unwichtige. Zweifel und Hochmut waren ihm fremd.

Wir alle in der Redaktion unserer Zeitung Yeni Hayat / Neues Leben haben die Ehre gehabt mit Orhan zusammenzuarbeiten. Wir werden ihn sehr, sehr vermissen als den akribischsten Leser aller Artikel und die Fragen, die er eine nach der anderen stellte, um Sätze zu verstehen, die nicht verständlich waren.

Manche rühmen sich des Besitzes und der Besitztümer, die sie nach ihrem Tod hinterlassen, doch sein einziger Stolz waren seine Kinder, die er „meine Genossen“ nannte und die er trotz aller Schwierigkeiten aufzog und unter uns brachte. Dieser Stolz ist auch der unsere.

Der Tod hat dich zu früh von uns genommen. Und das während einer Reise. Aus diesem Grund nehmen wir uns einen Moment Zeit, um unser Herz zu beruhigen und sagen: „Halt, Reisender! Wo gehst du hin, wir hatten noch viel zu besprechen und zu diskutieren“.

Aber du bist weg. Es ist an uns, die wir zurückgeblieben sind, euch im Kampf für eine klassenlose, ausbeutungsfreie Welt, für die ihr gekämpft habt, am Leben zu erhalten.