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Arbeiterorganisationen im Iran: Freiheit kommt nicht mit Raketen – steht nicht auf der Seite des Krieges, sondern auf der Seite des iranischen Volkes!

Während die Angriffe der USA und Israels andauern, melden sich im Iran selbst Arbeiter- und Frauenorganisationen zu Wort. Sie erklären: „Wir rufen die Völker der Welt und die Werktätigen auf, nicht auf der Seite der Kriegsmaschinen zu stehen, sondern das Recht des iranischen Volkes zu unterstützen, seine eigene Zukunft selbst aufzubauen.“

Iranische Arbeiter- und Frauenorganisationen reagierten scharf auf die Angriffe der USA und Israels. In einer Erklärung der Iranischen Arbeiterunion heißt es: „Der Krieg kennt nur ein Ergebnis: Zerstörung, Armut und Massaker.“ Weiter heißt es: „Wer glaubt, dass die Raketen und Bomben fremder Mächte dem iranischen Volk ‚Freiheit‘, ‚Wohlstand‘ und ‚Demokratie‘ bringen, sollte sich fragen: Wo in der Geschichte sind auf der Asche zerstörter Häuser und im Blut unschuldiger Menschen jemals Samen der Demokratie gewachsen? Welches Land hat Wohlstand erreicht, nachdem seine Infrastruktur bombardiert und seine Bevölkerung vertrieben wurde? Warum sollten ausgerechnet wir die Ausnahme sein? Der Krieg hat nur ein Ergebnis: Zerstörung, Armut und Massaker. Freiheit und Entwicklung entstehen nicht unter einem Himmel voller Raketen und in Häusern, die in Trümmern liegen. Wir iranischen Arbeiter verurteilen die Angriffe Israels und der USA.“

„Die einzige wirkliche Kraft ist die Organisierung der Gesellschaft“

Auch die Iranische Arbeitskonföderation rief die Menschen weltweit zum Widerstand auf. In ihrer Erklärung heißt es: „Die Tötung von Ali Chamenei und zentralen Figuren des Regimeapparats ist im iranischen Transformationsprozess kein gewöhnliches Ereignis. Sie stellt einen entscheidenden Schlag gegen den Unterdrückungsapparat und das Rückgrat der Islamischen Republik dar. Doch die Wahrheit ist: Dieser Schlag erfolgte mitten in einem Krieg, der gegen den Willen der Bevölkerung begann und ganze Städte in Todeszonen verwandelt hat. Die Angriffe der USA und Israels müssen ohne Einschränkung verurteilt werden. Keine Erzählung von ‚Befreiung‘ kann die Tötung von Menschen rechtfertigen. Gleichzeitig gilt: Die Islamische Republik ist nicht das Opfer dieses Krieges, sondern einer seiner Hauptverantwortlichen. Der Tod Chameneis beendet die Krise nicht. Er zeigt vielmehr, dass ein System, das seine Autorität nicht erneuern kann, in eine Phase unumkehrbarer Instabilität eingetreten ist.“

Mit Blick auf den Volkswillen heißt es weiter:

„Die einzige Kraft, die diesen Prozess aufhalten kann, ist eine unabhängige, breite Organisierung der Gesellschaft von unten nach oben. Es reicht nicht, nur ‚Nein zum Krieg‘ zu sagen. Entscheidend ist, das entstandene Machtvakuum bewusst für einen grundlegenden Umbruch zu nutzen. Die Arbeiterklasse, die Jugend und die Frauen müssen wissen: Keine ausländische Macht wird uns Freiheit bringen. Die Stärkung der Gewerkschaften sowie der Aufbau lokaler Komitees und Räte sind keine Option mehr. Sie sind unter Kriegsbedingungen eine dringende Notwendigkeit – sowohl zum Überleben als auch, um unser Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Wir rufen die Völker der Welt und die Werktätigen auf, nicht die Kriegsmaschinen zu unterstützen, sondern das Recht des iranischen Volkes, seine eigene Zukunft zu gestalten.“

„Ihr Völkermörder, zieht eure Hände von Iran ab“

Auch die iranische Frauenorganisation Osyan veröffentlichte eine Erklärung. Darin heißt es: „Die Nachricht vom Tod Chameneis erfreut viele Menschen, die seit Jahrzehnten unter Unterdrückung, Armut, Hinrichtungen, Gefängnis und Perspektivlosigkeit leben. Doch wenn ein solcher Verbrecher von imperialistisch-faschistischen Akteuren wie den USA und Israel getötet wird, verschafft ihnen das keinerlei Legitimität.“

Weiter erklärt die Organisation: „Sie vertreten dieselbe globale Ordnung – einer ist so mörderisch wie der andere. Ihr Konflikt dreht sich nicht um die Freiheit des iranischen Volkes, sondern um Interessen und die Neuverteilung von Macht innerhalb desselben Systems. Täuschen wir uns nicht: Der Feind unseres Feindes ist nicht unser Freund.

Der einzige Moment, über den wir uns wirklich freuen könnten, wäre der Sturz der Islamischen Republik durch das Volk selbst – und der Zeitpunkt, an dem Kriegstreiber, Völkermörder und globale Verbrecher ihre Hände vollständig von unserem Volk, unserer Natur und unserer Zukunft lassen. An die USA und Israel richten wir die Worte: Zieht eure Hände von Iran ab!“

Der Artikel ist erstmals am 2. März 2026 auf Türkisch in der Tageszeitung „Evrensel“ erschienen und wurde für unsere Zeitung übersetzt.

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