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Die Sache mit der Verantwortung

„Die Gen Z muss endlich Verantwortung übernehmen“, so und ähnlich lauten die Überschriften von zahlreichen Artikeln rund ums Thema Wehrpflicht. Auch wenn Generationen schon immer gegeneinander ausgespielt wurden, geschah es selten so demonstrativ wie heute. Besonders im Fokus: die angeblich „faule“ Generation Z. Immer wieder geht es um die junge Generation – immer mit Forderungen, fast nie mit Perspektiven. Die Gen Z sei verantwortlich für den „Wohlstand“ Deutschlands, für die Aufrechterhaltung der Wirtschaft und für die Sicherheit der Bevölkerung. Das gehe nicht, indem man sich der „Verantwortung“ entziehe, nicht bereit sei, seinen Dienst für Deutschland zu leisten und das ganze Leben in „Lifestyle-Teilzeit“ abhänge. 

Neben all den offensichtlichen Lügen, die die Politik verbreitet (z.B. dass zu „wenig gearbeitet“ werde, wobei wir einen Rekordwert an Arbeitszeit haben), ist die Sache mit der Verantwortung diese: für wessen Handeln soll die Jugend eigentlich Verantwortung übernehmen? Und nein, jetzt kommt nicht „die Boomer haben alles kaputt gemacht und die Jugend muss es richten“, das wäre nur die andere Seite der Medaille. Wer ist verantwortlich für die Kriege auf dieser Welt und in wessen Interesse ist es, wenn die Gesellschaft militarisiert wird? Wer profitiert davon, wenn wir arbeiten, bis wir tot umfallen? Wenn wir von Verantwortung sprechen, dann sollten die Verantwortlichen auch an die Front ziehen. Die Konzernchefs, die sich mit unserer Arbeitskraft und mit Kriegen die Taschen füllen und die Politiker, die die Interessen jener vertreten und die Gesellschaft entlang aller möglicher vermeintlicher Gegensätze spalten wollen. 

Die Jugend übernimmt Verantwortung, aber nicht wie es den Herrschenden passen könnte. Sie erklärt, dass sie für eine Zukunft ohne Krieg kämpfen wird. Sie macht deutlich, dass sie nicht bereit ist, auf ihre Altersgenossen in anderen Ländern zu schießen. Sie organisiert sich, bestreikt die Schule und fordert ihre Zukunft ein. Am 5. Dezember sind über 55.000 Schülerinnen und Schüler auf die Straßen gegangen. Am 5. März findet der nächste bundesweite Schulstreik statt. Jetzt gilt es auch für die älteren Generationen einmal mehr Verantwortung zu übernehmen und Seite an Seite mit der Jugend gegen Krieg und Militarismus auf die Straßen zu gehen. 

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