Rund 22.000 Menschen versammelten sich unter dem Motto „Es reicht – die Scham muss die Seite wechseln“ auf dem Rathausmarkt in Hamburg, um ein Zeichen gegen digitale Gewalt und digitalen Missbrauch zu setzen.
Hintergrund der Kundgebung
In den letzten Jahren hat digitale Gewalt, insbesondere durch pornografische Deepfake-Videos, stark zugenommen. Aktuellen Schätzungen zufolge sind 98% dieser Videos pornografischer Natur, wobei Frauen in 99% der Fälle die Hauptbetroffenen sind. Oftmals handelt es sich um Täter aus dem direkten Umfeld der Opfer. Trotz dieser alarmierenden Statistiken mangelt es an wirksamen Maßnahmen seitens der Social-Media-Plattformen und an klaren gesetzlichen Regelungen, um diese Taten zu verhindern oder zu bestrafen.
Die Kundgebung war ein Teil einer größeren Bewegung, die sich in vielen Städten ausbreitet, und stand besonders im Zeichen der Unterstützung für Collien Fernandez, die trotz Drohungen gegen sie an der Veranstaltung teilnahm. Ihr Mut, sich öffentlich für die Rechte der Betroffenen einzusetzen, wurde von den Anwesenden mit großem Beifall gewürdigt.

Foto: Yeni Hayat / Hamburg
Reden und Solidarität
Neben Collien Fernandez selbst, Klimaaktivistin Luisa Neubauer und der Intiative „Nur ja heißt ja“ sprachen auch andere Aktivistinnen, darunter Zara Canbay vom Bundesverband der Migrantinnen, die die Verantwortung der Regierungspolitik für die unsichere Lage der Frauen betonte. Die Atmosphäre war geprägt von Entschlossenheit und Hoffnung. Die Teilnehmer trugen Schilder und Botschaften zur Unterstützung aller Frauen, die unter Gewalt und Missbrauch leiden.
Die Aktion in Hamburg war Teil einer größeren Welle von Kundgebungen in vielen Städten, die das Thema digitale Gewalt ins öffentliche Bewusstsein rücken wollen. Die Forderung nach mehr Schutz für die Betroffenen und Gleichberechtigung für Frauen wurde lautstark erhoben.
Die heutige Kundgebung in Hamburg war ein eindringlicher Appell, digitale Gewalt nicht länger zu ignorieren und auch die aktuelle Politik dahingehend zu entlarven – so hieß es von der Bühne „Der Schutz von Frauen und Mädchen ist kein Thema, mit dem sich die Regierung schmücken kann, wenn es ihnen passt. Wir lassen unser Leid nicht ausnutzen für Spaltung und Hetze. Wir fordern echten Schutz vor Gewalt, echte Unabhängigkeit und ein Ende des Täterparadies!“. Die Stimmen von 22.000 Menschen haben deutlich gemacht, dass es an der Zeit ist, die Scham zu beenden und die Teilnehmer haben klar gemacht, dass sie nicht aufgeben werden, bis echte Veränderungen eintreten.

