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Flugzeugreinigungskräfte am Flughafen Düsseldorf suchen Lösungen für ihre Probleme

Die Beschäftigten der Firma Crombeen, die am Flughafen Düsseldorf in der Flugzeugreinigung tätig sind, leiden unter erheblichen Problemen hinsichtlich ihrer Arbeitsrechte und Arbeitsbedingungen. Ein langjähriger Mitarbeiter schilderte in einem Brief an unsere Zeitung die Missstände und seine Erfahrungen:

“Obwohl ich als Flugzeugreiniger am Flughafen Düsseldorf bei der Firma Crombeen eingestellt wurde, schickt uns die Geschäftsleitung immer wieder mit der Begründung „Am Flughafen Düsseldorf gibt es keine Arbeit“ zu Einsätzen in die Niederlande. Die Fahrzeit dorthin und zurück beträgt etwa drei Stunden – diese wird jedoch nicht bezahlt.

Manchmal werden wir auch zum Flughafen Frankfurt geschickt. Dort kommt es vor, dass wir bis zu einem Monat bleiben müssen. Über die Unterkünfte, die uns dort zur Verfügung gestellt werden, möchte ich gar nicht erst sprechen. Obwohl die Firma mit uns Arbeitsverträge abgeschlossen hat, hält sie sich nicht einmal an diese Vereinbarungen. In einigen Verträgen ist nicht einmal festgelegt, wie viele Stunden monatlich gearbeitet werden sollen. Kurz gesagt: Es herrschen chaotische Zustände.

Obwohl wir arbeiten, werden uns häufig weniger Stunden bezahlt, als wir tatsächlich geleistet haben. Das ist schwer nachzuweisen, da es kein System zur Zeiterfassung gibt. In meinem Arbeitsvertrag sind beispielsweise 160 Stunden festgelegt, tatsächlich werde ich jedoch nur für 130 oder 140 Stunden eingesetzt. Wenn man versucht, seine Rechte einzufordern, wird man mit Kündigung bedroht. Aus diesem Grund wagt kaum jemand, seine Stimme zu erheben.

Vor einiger Zeit hat die Firma Crombeen das ebenfalls am Flughafen tätige Reinigungsunternehmen NH übernommen und dessen Beschäftigte samt ihrer Rechte übernommen. Doch obwohl in deren Verträgen eine monatliche Arbeitszeit von 169 Stunden festgelegt ist, werden einige nur für 120, andere sogar nur für 100 Stunden eingesetzt. Zudem werden ehemalige Vorarbeiter in der neuen Firma lediglich als einfache Arbeitskräfte beschäftigt.

Nun wurden uns für den Monat März ohnehin schon reduzierte 130 Arbeitsstunden (statt der vertraglich vorgesehenen 160 Stunden) weiter gekürzt – mit der Begründung, dass aufgrund des Krieges weniger Flüge aus Katar und den Emiraten stattfinden.

Einige Kolleginnen und Kollegen haben sich nun erstmals schriftlich an den Arbeitgeber gewandt und die Einhaltung ihrer Arbeitsverträge eingefordert. Das ist für uns ein wichtiger erster Schritt.

Ein weiteres Problem ist, dass es trotz jahrelanger Beschäftigung in dieser Firma immer noch keine Umkleideräume oder Spinde für unsere Arbeitskleidung gibt. Deshalb müssen wir in Arbeitskleidung nach Hause gehen und wieder zur Arbeit kommen. Das ist weder für uns noch für die Gesundheit unserer Kinder zu Hause akzeptabel. Außerdem fehlen sanitäre Einrichtungen wie Duschen und Toiletten.

Während unserer Pausen haben wir keinen geeigneten Aufenthaltsraum. Wir sind gezwungen, unser Essen in einem kleinen, ungeeigneten Bereich – oft unter Treppen – einzunehmen. Da dieser Platz nicht ausreicht, essen viele von uns sogar in den Fahrzeugen, die wir für die Arbeit nutzen.

Diese Probleme betreffen nicht nur die Firma Crombeen, sondern auch Auftraggeber wie Eurowings und Turkish Airlines sowie die Leitung des Flughafens Düsseldorf. Auch sie tragen Verantwortung und müssen zur Lösung dieser und ähnlicher Probleme beitragen”.

Ein Mitarbeiter von Crombeen

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