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Internationaler Frauentag in Berlin

Am 6. März 2026 fand im Omayra Kulturzentrum ein Filmabend zur Geschichte der Frauenbewegung statt. Die Eröffnung des Abends gestaltete Gizem gemeinsam mit Frauen aus dem Publikum mit Liedern. Anschließend sprach Sebahat Aslan über die lange Geschichte der Frauenbewegung und den jahrhundertelangen Kampf von Frauen für das Wahlrecht und ihre gesellschaftliche Gleichberechtigung. Im Rahmen des Informations- und Filmabends wurden außerdem historische 8.-März-Plakate ausgestellt. Die Veranstaltung bat neben der Filmvorführung auch Raum für Austausch und Diskussion. Organisiert wurde der Abend vom Migrantinnenverein e.V. und DaMigra – Dachverband der Migrantinnenorganisationen, mit Unterstützung von DIDF, DIDF‑Jugend Berlin und dem Internationale Jugend Verband ( IJV)

Der Film, der gemeinsam angeschaut wurde war: „We Want Sex“ und zeigt den Streik von Arbeiterinnen des Ford-Werks im britischen Dagenham für gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Ihr erfolgreicher Kampf trug dazu bei, dass 1970 in England ein Gesetz zur Lohngleichheit beschlossen wurde.               

Foto: Yeni Hayat / Berlin

Tausende Demonstrierende für Gleichberechtigung

Am 8. März, dem Internationaler Frauentag fanden verschiedene Aktionen und Demonstrationen statt. An dem vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) organisierten Demonstrationszug nahmen mehr als 30.000 Menschen teil. Auch der MigrantinnenVerein Berlin e. V. war mit vielen Mitgliedern vertreten und brachte seine Forderungen nach Gleichberechtigung, sozialer Gerechtigkeit und Frieden ein.

Viele Rednerinnen machten deutlich, dass der Internationale Frauentag mehr ist als ein symbolischer Tag. Sie erinnerten daran, dass Frauenrechte über Generationen hinweg erkämpft wurden – und auch heute weiterhin verteidigt werden müssen.

Im Mittelpunkt standen Forderungen nach einem besseren Schutz vor Gewalt gegen Frauen. Aktivistinnen wiesen darauf hin, dass in Deutschland weiterhin viele Frauen von häuslicher Gewalt betroffen sind und es noch immer zu wenige Plätze in Frauenhäusern gibt. Die Demonstrierenden forderten daher eine konsequente Umsetzung der Istanbul-Konvention sowie eine bessere Finanzierung von Beratungsstellen und Schutzangeboten.

Auch wirtschaftliche Ungleichheiten wurden thematisiert. Frauen verdienen im Durchschnitt weiterhin weniger als Männer, arbeiten häufiger in Teilzeit und übernehmen einen großen Teil der unbezahlten Sorgearbeit. Viele Teilnehmende forderten deshalb gleichen Lohn für gleiche Arbeit, sichere Renten und eine kostenlose, qualitativ hochwertige Kinderbetreuung.

Ein besonderer Fokus lag auf den Lebensrealitäten migrantischer und geflüchteter Frauen. Vertreterinnen des Migrantinnenverein Berlin betonten, dass Diskriminierung, Armut und unsichere Aufenthaltsbedingungen viele Frauen zusätzlich belasten. Gleichzeitig warnten sie davor, Gewalt gegen Frauen für rassistische Hetze zu instrumentalisieren.

Der Verein formulierte im Rahmen der Demonstration auch eigene Forderungen: gute Arbeits- und Lebensbedingungen für alle Frauen, wirksamen Schutz vor Gewalt, Frieden statt Aufrüstung, ein menschenwürdiges Asylrecht sowie eine offene und solidarische Gesellschaft.

Zum Abschluss riefen die Organisatorinnen zu weiterer Solidarität und gemeinsamem Engagement auf. Der Internationale Frauentag erinnere daran, dass Gleichberechtigung nicht selbstverständlich sei, sondern immer wieder neu erkämpft werden müsse.

„Steh auf – kämpf mit uns! Für Frieden, Freiheit und Gleichheit. Nicht nur am 8. März – sondern an jedem einzelnen Tag“, hieß es am Ende der Demonstration.

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